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  • Nordmazedonien – die Faszination des Unbekannten 

    Nordmazedonien – die Faszination des Unbekannten 

    Vom grauen unscheinbaren Entlein zum strahlenden faszinierenden Schwan  

    Nordmazedonien, für uns ein unbekanntes Land. Ohne persönlichen Bezug, ohne Referenz, ohne Empfehlung, nicht auf unserer Liste. Ein Land klein, dazwischen und schnell zu übersehen. Doch ist es nicht so oft das Unscheinbare, das Kleine, was einen großen Unterschied – in unserem Fall, ein tolles Erlebnis bereitet?! 

    Nordmazedonien ist auf jeden Fall einen Ausflug, eine Reise wert. Auch wenn wir nur mal „reinschnuppern“ konnten, hat uns der Duft der Natur, des Essens, die Freundlichkeit der Menschen sowie die Faszination an Kultur und Geschichte verzaubert, ja regelrecht in ihren Bann gezogen. Auf der nächsten Reiseliste in diese Gegend wird Nordmazedonien auf jeden Fall nicht fehlen. 

    Ende September kamen wir auf einem, direkt am Ohridsee gelegenen, #Campingplatz in #Nordmazedonien an. Der Ohridsee ist einer der ältesten Seen der Erde. Viele kleine, familiär geführte Campingplätze verteilen sich rund um den See. Hier existieren keine großen Tourismusmassen – bisher! Denn überall stehen die Baukräne. Neue und große Komplexe befinden sich im Aufbau. Von den Einheimischen, mit denen wir uns unterhalten haben, kommen viele kritische Stimmen und auch Organisationen werden lauter und warnen vor einem Massentourismus. Denn dieser könnte und wird dem noch sehr naturbelassenen See und Ufern schaden.  

    Vom Nachhaltigen Reisen haben mehr etwas 

    Irgendwie sind wir auch ein Teil des „Problems“. Wir, die wir uns mehr als Reisende statt Touristen verstehen, dringen genauso in fremde Kulturen, in geschützte Räume ein und nehmen uns den Raum, den wir wollen, optimalerweise nur den, den wir brauchen. Es gibt viele Menschen, die sich mit #nachhaltigem Reisen beschäftigen. Dabei steht zumeist vor allem der Schwerpunkt auf #veganen Essen und #Müllvermeidung. Zwei essenzielle Themen. Doch neben der ökologischen Nachhaltigkeit ist für uns auch die soziale- und kulturelle Nachhaltigkeit von großer Wichtigkeit. Für uns bedeutet dies stets nur den Raum einzunehmen, den wir wirklich benötigen. Diesen möchten wir mit Rücksicht auf die Umgebung und die Kultur und Natur nehmen. Mehr (er)leben und vor allem das Authentische gelingt uns mehr durch die Interaktion mit Einheimischen als „nur“ für uns vor Ort zu sein.

    Doch nicht nur in Bezug auf das Zielland ist Nachhaltigkeit wichtig, sondern auch innerhalb der Reisegemeinschaft, in unserem Fall der Familie. Dies ist ein Prozess voll mit „Trial and Error“, „Mediationen“ und erfolgreicher Meilensteinerreichung, aber auch roten Ampeln. Es ist Arbeit zu beobachten, auszutesten und zu entscheiden. Offenheit, Neugier und Kompromissbereitschaft – all das und noch viel mehr sind Komponenten, die es benötigt um als Reisegemeinschaft nachhaltig zu reisen. Wie wir das als Familie mal mehr und mal weninger geschafft haben, beantworte ich sicherlich mal an anderer Stelle.

    Die Natur als liebster Spielplatz 

    Wir haben es genossen den Tag am See zu verbringen, einen kurzen Ausflug nach #Struga zu machen und die einheimischen Tiere zu beobachten und auch zu spüren – die Kleine wurde von einer Biene gestochen. 

    Besonders in Erinnerung geblieben ist mir die Vielfalt der Tiere, die uns wortwörtlich über den Weg gelaufen ist. Insbesondere bei unserem Nachtspaziergang. Einem Slalom gleich ging es für uns um Kröten und Krebse herum. Immer in der Hoffnung nicht doch mal auf eine Schlange zu treten aber gleichzeitig neugierig dieser in ihrem natürlichen Umfeld zu begegnen.  

    Auch am Tage waren die Kinder damit beschäftigt zu entdecken. Ob es direkt am See war um die Unterwasserwelt zu erkunden oder nach Schlangen und Krebsen Ausschau zu halten, es gab immer etwas zu tun. Es braucht keine externe Bespaßung, keine Spielgeräte oder ähnliches … die Natur bietet von allem etwas und das in einer nachhaltigen Art und Weise.  

    Verantwortung für Tiere und Pflanzen zu erlernen – zu viel Liebe und Interesse kann schaden 

    Das spielen in der Natur erfordert ebenfalls nachhaltiges Handeln und Verantwortungsbewusstsein. Denn weder Tiere noch Natur sind Spielzeug. Alle Lebewesen haben ein Recht auf Selbstbestimmtheit und Unversehrtheit. Entdecken und untersuchen erlaubt, anfassen und mitnehmen nicht erwünscht. Doch das ist ein Lernprozess. Zumeist überwiegen die Neugier und das Interesse. Die Dinge wollen von den Kindern mit möglichst vielen Sinnen erfasst werden. Oft zum Nachteil von den Objekten von Interesse. So kam es auch vor, dass wir krabbelnden Besuch im Auto hatten oder ein Insekt das Interesse und die Liebe der Kinder nicht unbeschadet überstanden haben. Der Prozess und unseren aktuellen Stand dazu, wie wir einen Weg für uns zwischen Werten und Gewissen gefunden haben, teilen wir später. 

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    Struga – ein Ausflug in die Zivilisation 

    Da das Interesse der Kinder ihren riesigen Spielplatz, die Natur, gegen eine Asphaltwüste einzutauschen verschwindend gering war, nutze ich die Chance Struga allein zu erkunden. 

    Statt des erwarteten Freiheitgefühls übernahm die Gewohnheit die Überhand und suggerierte mir, dass „irgendetwas bzw. jemand fehlt, ich etwas vergessen habe“. Wo sind die kleine Hand und das laute Geschrei – welches mich die letzten Monate fast durchgehend begleitet hat.

    Durchatmen, Perspektivwechsel und dann das Genießen … ich kann in meinem Tempo dorthin gehen, wo ich hinmöchte. Ich kann in Läden reinschauen und sie sogar betreten, ohne immer wieder mit dem Wunsch des Gehens konfrontiert zu werden. Ich kann einen Eisladen streifen ohne lange Erklärungen, warum Eis kein geeignetes Mittagessen ist. Ich kann entspannt am Fluss sitzen ohne die angespannten Muskeln, jederzeit bereit mich in die Fluten zu stürzen, um die Kinder vor dem Ertrinken retten zu müssen. Dieser Perspektive folgend verging der Nachmittag sehr schnell und mit viel Energie, und natürlich kleinen leckeren Mitbringseln, kehrte ich zurück in das Setting, welches wir für das Jahr gewählt haben und in den meisten Momenten in vollen Zügen genossen haben.

    Rückblickend auf einige solcher Begebenheiten, bin ich immer wieder überrascht wie schwer mir es doch fällt mir meinen Bedürfnisse bewusst zu werden und im nächsten Schritt diese auch zu befolgen. Als Mutter bin ich teilweise so sehr auf die Bedürfnisse der Kinder konzentriert, dass es mir schwer fällt zu unterscheiden, ob ich das jetzt getan habe, weil ich es wollte oder um wieder ein Bedürfnis der Kinder zu befriedigen. Dies ist ein wichtiger Aspekt für ein nachhaltiges Reisen als Famile. 

    Der Aufenthalt als Rückblick 

    Ob ich momentan gerade gern da wäre – definitiv ja! Die #Natur, insbesondere am Morgen direkt nach dem Aufstehen die frische Luft einzuatmen und auf den See zu blicken – das hat etwas sehr Beruhigendes – ein Gefühl der #Freiheit. 

    Vertrauen bringt Leichtigkeit 

    Gleichzeitig gab es dort bereits ein Gefühl des Druckes. Denn wir hatten einen Termin gemacht, waren nicht mehr so frei in unseren Entscheidungen, konnten uns nicht mehr wie gewohnt treiben lassen. Nun mussten wir entscheiden, was wir noch sehen wollen und können, und was wir auslassen müssen. Das Gefühl, dass wir etwas verpassen könnten, erfasste uns, denn es gab diesen Termin mit der Fähre, die uns weg vom Balkan bringen sollte. Volle Pläne wurden ausgedünnt, Ziele wieder gestrichen … denn aus dem entspannten sich treiben lassen wurde ein durchgeplantes und stressiges Reisen.

    Wir brauchten einige Anläufe von planen, buchen und absagen, bis wir verstanden haben, dass wir darauf #Vertrauen müssen das zu sehen und zu erleben, was in diesem Moment für uns wertvoll zu erfahren und erlebenswert ist. Auch wenn wir mal nicht die Sehenswürdigkeiten, die „man gesehen haben sollte“ besucht haben, haben wir immer etwas erlebt, was bleiben wird! Dafür sind wir sehr sehr dankbar!

  • Ciao Italien, Zdravo Slowenien,

    Ciao Italien, Zdravo Slowenien,

    Reisen ist zu zulassen – Freiheit zu spüren – und zu nutzen

    Wir nutzten die Fahrt, wie auch schon vorher, um nicht nur unser Ziel zu erreichen, sondern auch den Weg zum Ziel zu machen. So gönnten wir uns einen Abstecher ans Meer nach Lignano Sabbiadoro … mal wieder 😉.

    Badestopp in Udine

    Tatsächlich ist genau das eines der wirklich schönen Dingen an unserer Reise. Wir haben unglaublich viel Gestaltungs- und Freiraum, den wir so gut wie möglich nach Lust und Laune zu nutzen versuchen. Trotzdem fällt es uns manchmal schwer diese Räume zu erkennen. Zu sehr sind wir geprägt von Glaubenssätzen wie: „Wir müssen zeitig da sein um die besten Plätze zu bekommen.“ oder „Die Kinder müssen doch zeitig ins Bett gehen.“

    Erst das bewußt machen von den „wirklichen“ Notwendigkeiten bzw. dem was UNS wichtig ist, wird der ganze Freiraum erst sichtbar.

    Nun klingt das entweder super easy oder mega komplex … wir gehen dem tatsächlich durch gegenseitiges (perfekt um blind spots aufzudecken) Fragen auf die Spur: Was wäre denn so schlimm daran wenn die Kinder später ins Bett gehen? Welche Anforderungen haben wir eigentlich für einen „guten“ Platz? Dann können wir gestalten.

    Wir versuchen so viel Zeit wie möglich zu „Quality Time“ zu machen und daher gehört es dazu, gerade längere Fahrten etwas „aufzupeppeln“.

    Nach zwei Badegängen und zwischendurch ausgiebigem im Sand spielen, stärkten wir uns noch für die Weiterfahrt, mit den bewährten Freibad-Pommes 😁. Auch erledigten wir gleich die notwendigen Besorgungen, wie Lebensmittel einkaufen. Das machen wir meist, wenn wir an einen neuen Ort fahren. Die Verpflegung, die oftmals mehrere Tage abdeckt, gibt uns die Freiheit an einem Ort zu verweilen ohne den Druck etwas Nahrhaftes besorgen zu müssen zu fühlen. Somit bekommen wir den Gestaltungsraum und die Freiheit nicht nur geschenkt, sondern gestalten sie uns auch.

    Pommes gehen immer

    Dieses Mal war es auch gut so, denn wäre es nach den Kindern gegangen, hätten wir uns gar nicht wegbewegt von dem neuen Campingplatz … aber dazu später mehr.

    Die Fahrt war gut und wir kamen gegen frühen Abend an. Der Campingplatz GrajskiPark Vitez in Logatec war sehr idyllisch gelegen. Ein klarer Bach umrandete die Zeltwiese, die teilweise schattige Plätze bot sowie einen Unterstand mit Sitzmöglichkeiten. Wir suchten uns einen Platz mit Blick zum Wasser und den Feldern und bauten die volle Montur auf.

    Wer aufmerksam und achtsam ist, findet immer etwas zum entdecken und Kinder sowieso.

    Den nächsten Tag nutzten die Kinder dazu, den Campingplatz zu erkunden. Wir, die wir mir freudiger Hoffnung auf eine Waschmaschine gehofft hatten um den sich mittlerweile türmenden Wäscheberg zu bezwingen, mussten feststellen, dass diese einen Tag zuvor kaputt gegangen war. Also hieß es “ jetzt wird wieder in die Hände gespuckt“ und nach ca. vier Handwäschen hatten wir den Wäscheberg bewältigt … und wir waren auch geschafft.

    Gemeinsam geht alles besser

    Wachstum als Wertschätzung der eigenen Leistung

    Eine kleine Erkundungstour stand am nächsten Tag auf dem Programm. Das ist uns immer super wichtig, die Umgebung kennen zulernen, ein Gefühl für die Gegend, die Menschen und die Natur zu bekommen.

    Wir entdeckten in unmittelbarer Nähe zum Campingplatz eine Skisprunganlage mit drei Absprungschanzen. Tapfer sind die Kinder mit uns bis nach oben gekraxelt. Dabei haben wir bei jeder der Bahnen, von noch vorsichtigem Anfänger bis mutigen Profi, die Perspektive eingenommen. Der Unterschied war schon beeindruckend. Es hat mir gezeigt was Wachstum bewirken kann. Dank Übung und Erfahrung … die Aufgaben, die am Anfang als unüberwindbar scheinen, lassen sich nur Leichtigkeit meistern und die Perspektive auf weitere Herausforderungen erhält die Neugier und Motivation. Trotzdem ist es wichtig sich daran zu erinnern, wie man an der untersten Sprungschanze mit schlotternden Knien gesessen hat. Als Perspektive auf andere Anfänger, und daran wie toll es sich anfühlt, Ängste zu überwinden, aus der Komfortzone zu treten und über sich hinaus zu wachsen.

    Ich vergleiche das gern mit einem Sprung ins kalte Wasser: der erste Schritt ist schwer, es schmerzt, man fragt sich: warum tue ich mir das an … und dann taucht man ein ins kalte Nass, vielleicht, weil man sich selbst überwunden hat, oder Gruppenzwang spürt oder man stolpert und fällt unfreiwillig hinein. Egal, die Konsequenz ist die gleiche: es fühlt sich unglaublich kalt an, die Luft bleibt kurz weg und erst mit der eigenen Bewegung der Entscheidung: ich finde mich jetzt damit ab, wird es erträglich. Wie schnell und lange man schwimmt, entscheidet man selbst. Draußen, schafft man es das erste Mal wahrzunehmen, was man gerade geschafft hat. Nach kurzer Zeit kommt die absolute Wärme, der Körper reguliert die Temperatur und es fühlt sich unglaublich gut an. Das habe ich geschafft, das schaffe ich wieder und das Vertrauen zu haben, auch wenn man mal (methaphorisch) ins kalte Wasser geschubst wird, an sich zu glauben und an die Regulation des Systems … eine schöne Vorstellung die viel Wachstum erlaubt.

    Zurück zu unserem Ausflug. Wir waren dann noch Motivations „Futter“ für die Kinder einkaufen, denn es galt noch den Weg zurück zu gehen. Insgesamt haben wir uns auf diesem Campingplatz mehr auf Alltagsaufgaben konzentriert bzw. wir die ganze Zeit gern machen wollten und bisher es nicht auf die dringend Seite geschafft hat und auch unserer Unternehmungslust zum Opfer gefallen ist: das Blog schreiben.

    Statt der geplanten fünf Nächte sind es am Ende sogar acht geworden. Wir haben es den Kindern so verkauft, dass wir ihrem flehen gefolgt sind länger zu bleiben … sie haben sich gesehen, gehört und ernst genommen gefühlt.

    Eigentlich fanden wir es jedoch auch ganz gut und wir haben ja noch auf ein Paket gewartet. Leider haben wir nicht gewusst, dass es zwei Feiertage in Slowenien gab (Maria Himmelfahrt und ein Tag, den das Land den Menschen wegen der Flut geschenkt hat) und sich damit das Paket verspätet hat.

    Also mal wieder alle Pläne ändern um das hier und jetzt zu genießen.

    Wir haben natürlich nicht alle Tage auf dem Campingplatz verbracht, sondern zwei Ausflüge gemacht. Da wir keine so richtige Lust hatten, mit dem Auto zu fahren, haben wir uns in das Abenteuer Bus fahren gestürzt. Das hilft noch besser in das Land einzutauchen, denn auf Campingplätzen kann es schnell passieren, dass man nur mit Touristen ins Gespräch kommt. Unsere Ziele waren die Höhle von Pojna und die Stadt Ljubljana.

    Die Höhlen von Postojna

    Etwas Nervosität stellte sich ein, als der Bus nicht pünktlich kam … typisch deutsch 😅 Wie sich allerdings später herausstellte war es ja ein Feiertag und daher galt ein anderer Fahrplan. Dort angekommen, wurden war von Scharen von Touristen fast überrant. Der Ort war touristisch sehr gut zugänglich und vermarktet worden.

    Mit einer Bahn konnte man 5 km in die längste Tropfsteinhöhle Sloweniens fahren. Die Höhle war wirklich sehr beeindruckend. Nach der 1,5 stündigen Tour schauten wir uns noch das Vivarium an.

    So beeindruckend es auch war und so dankbar wir sind, die Möglichkeit zu haben, diese Schönheit der Natur sehen zu dürfen, so sind wir auch kritisch über den Eingriff, den dieses Vergnügen für die Natur bedeutet hat. Man nehme das überall gut ausgebaute elektrische Licht, der Hinweis nichts zu berühren wurde andauernd von den Gästen missachtet … überall wurden Münzen in kleine Pfützen geworfen, Pullover lagen rum und die Beobachtung der Höhle war für viele nicht ohne Berührung möglich. Ist es das wirklich wert?

    Noch nicht aufgezählt, die in den kleinen Aquarien eingesperrtem Tiere. Ich möchte es nicht nur kritisieren, habe aber das Gefühl, dass an dieser Stelle die Harmonie mir der Natur etwas aus der Balance geraten ist.

    Ljubljana

    Schon seit einigen Wochen haben wir große Städte gemieden bzw wir haben die nicht gemieden, sondern sie haben uns nicht angezogen, sind einfach nicht passiert und wir mussten feststellen, dass uns nicht viel gefehlt hat. Ehrlicherweise können wir nicht behaupten dass wir die Stadt kennen, bzw. Wir kennen sie eher aus Kinder – bzw. Elternaugen. So können wir berichten welcher Spielplatz schön ist, wo man in der Stadt Mut Wasser spielen kann, wo es etwas schnelles zu essen gibt … für einen gemütlichen Bummel durch Cafés und zur Burg hat uns leider das Commitment der Kinder gefehlt und unsere Erfahrung ist, dass es besser ist dieses im Gepäck zu haben um den Familienfrieden auf Kurs zu halten. Insgesamt haben wir die Stadt eher als schmutzig und voll wahrgenommen.. Aber wie gesagt, unsere Referenzen sind sehr ländlich und unser Einblick war sehr beschränkt.

    Busfahren in Slowenien

    Überland ist super. Gut ausgebaut und günstig. Fahrkarten kann man direkt beim Busfahrer kaufen. Es gibt bei den Überlandbussen keine Anzeige, daher lohnt es sich Google Maps auf dem Handy offen zu haben und kurz vor dem erwünschten Stopp sicherheitshalber auf den Halteknopf zu drücken.

    Facharbeiter bzw. das Generation Z „Disaster“ 😉

    Ein viel diskutiertes Thema bei uns in Deutschland und auch in Slowenien. Die Generation, die angeblich nichts zustande bekommt, keine Lust hat etc. (nicht unsere Meinung!). Ein Mitarbeiter des Lokals, welches direkt an dem Campingplatz angeschlossen war und wir gern entweder für einen Kaffee, einen Pancake oder eine Limonade besuchten, klagte uns sein Leid. Gerade in der Gastronomie gibt es wohl ein Nachfolgerproblem und damit zu wenig Mitarbeiter.

    Aus der Vogelperspektive sieht alles kleiner aus …

    … auch die Probleme, die sich gerade riesig anfühlen, sind von oben klein, unbedeutend und vergänglich. Unsere neue Vogelperspektive ermöglichte die am vorletzten Tag eingetroffene Drohne. Direkt wurde alles eingerichtet, geupdated und dann ausprobiert … auch die Kinder durften ihre ersten Runde drehen.

    Der Campingplatzbesitzer freute sich über die Aufnahmen und wir über die Möglichkeit über das Gelände fliegen zu dürfen.

    Nun war es soweit und der Abschied stand bevor. Um noch einen kleinen weiteren Eindruck von Slowenien ergattern zu können, machten wir Halt im Nationalpark Krajinski park Rakov Skocjan und kletterten, wanderten und staunten über diese, dank der Kraft des Wassers entstandenen Schönheit. Ich will gar nicht viele Worte verlieren…seht einfach selbst.

  • La bella vita

    La bella vita

    Gen Osten ging es weiter auf unserer Route.

    Dem Gefühl eine Stimme und Stimmrecht geben

    Eigentlich wollten wir einen Tag Verona und/oder Venedig machen…zumindest dachten wir, dass wir das wollen. Phrasen und Sätze wie: „Das muss man gesehen haben“, „wenn ihr einmal da seid“, „das ist bestimmt spannend für die Kinder“, … und wir haben uns geglaubt…nur sollte man nicht alles glauben, was man denkt. Als wir die Tage verplant und nie Verona drin vorkam und wir die Route an Venedig vorbei planten, merkten wir, dass wir eigentlich gar nicht mit den Kindern in der Hochsaison in die Stadt wollen. Ja klar „verpassen“ die Kinder etwas … aber die Frage ist was sie ansonsten verpassen würden und wie viel Spaß wir alle bei so einem Stadtbesuch hätten. Somit hörten wir auf unser Gefühl und ließen es alles andere überstimmen. Wir werden immer etwas verpassen, aber dafür etwas anderes erleben…

    Also ab ans Meer…

    Und so machten wir uns auf den Weg zu unserem nächsten Ziel. Als Zwischenstopp wählten wir einen Strand an der Adria. Alles schien so unwirklich und unnatürlich. Angebaut für die vielen Touristen, die ihren wohlverdienten Urlaub gern im Sand, am Meer mit guter Infrastruktur verbringen wollen. Die Kinder haben es allerdings geliebt…ein Spielplatz, ein riesiger Strand und das Meer.

    Nach erschöpfenden vier Stunden stiegen wir wieder ins Auto und in Kürze erreichten wir das Agrocamping von Federico.

    Er begrüßte uns herzlich und wies uns einen Platz auf der Wiese nahe dem Pool und den Toiletten zu. Alles war sehr natürlich, offen und naturnah gehalten … so ganz anders als das, was wir gerade am Meer erlebt haben. Eine große Tafel stand gedeckt bereit für das Abendbrot für die Campinggäste … Federico hatte gekocht: Pasta, Vorspeisen und Nachspeisen mit viel Wasser, Saft und Wein als flüssiger Begleiter. Eine lange Tafel voller unbekannter Personen aus allen möglichen Ländern, die alle eines gemeinsam hatten: das Campen.

    Es war sooo schön! Wir saßen neben einem französisch-spanischen Pärchen und philosophierten über den Sinn des Lebens. Es war ein toller Abend und ein schöner Start von zwei entspannten Tagen in der Natur.

    Idyllisch mitten im Grün
    Gleich noch eine Bank und etwas Achatten erhascht
    So wird jeder Toilettengang zu einem Erlebnis
    Alles offen und naturnah

    Sinnvolles Tun ist sinnlos wenn der Sinn nicht der Richtige ist

    Im Mittelpunkt des nächsten Tages stand die Regeneration und das „nichts sinnvolles Tun“. Letzteres kommt mir immer wieder in den Sinn…sollten wir nicht was sinnvolles tun? Heute wieder nichts geschafft….und als mich diese Gedanken mal wieder überkamen und ich überlegte wie ich heute noch irgendwie meinen Teil beitragen könnte etwas „sinnvolles“, produktives zu tun, kam mein Großer vom Baden und Tiere streicheln (wir waren zu der Zeit auf einem Bauernhof) im Hüpfeschritt zu mir mit einem breitem Grinsen im Gesicht : “ Mama“, rief er schon von Weitem,“Das ist das allerbeste Leben auf der ganzen Welt.“ Ja, und das ist es…es muss nicht das „übliche“ sein. Es ist wichtig sich mutig dem eigenen Weg bewusst zu werden und diesem zu folgen.

    Zurück zum Tag…wir wechselten zwischen im Pool baden, spielen und vorlesen hin und her. Am Abend gönnten sich die Erwachsenen einen Wein und zwei belegte Brote mit Schinken. Letzteres war eher Theorie, weil die Kleine mit ihrem Charme uns die Brote aus den Rippen leierte. Also doch nur Alkohol für uns 😜

    Mal sehen wann ich es reinschauen…Frisbee und Schatten ghaben es schon geschafft
    Endlich werden unsere „Kellen“ mal verwendet.
    Einfach mal inne halten und den Fluss beobachten
    Tiefseetaucheroutfit an und hetzt ab in den Pool
    Etwas Nervennahrung für dir Eltern

    Naturerlebnis

    Am nächsten Tag kam unser Tatendrang durch, und wir beschlossen einen kleinen Ausflug zu machen zum nahegelegenen Biotop. Biotop…was war das denn noch einmal…Federico erklärte uns was dieses Gebiet so besonders machte. Vor vielen Jahren erreichte Gletscherwasser die Gegend. Sie spülte viele Samen aus den Bergen und anderen Gebieten mit. Diese, für das Tiefland eher untypischen Pflanzen,  fingen an zu wachsen und bilden nun ein großes, mittlerweile geschütztes Gebiet. Leider waren seit dem letzten Sturm einige Schäden entstanden und bisher noch nicht repariert. Daher gab es auch keine Führungen. Aber mit den Tipps und Hinweisen von Federico machten wir uns allein auf den Weg. Wir fanden eine 400 Jahre alte Eiche, viele viele Grashüpfer und Frösche und eine Vielfalt von Pflanzen. Wir statteten die Kinder mit ihren Outdoorforschersachen aus und sie waren trotz Mittagshitze (wir sind einfach morgens sehr langsam) super interessiert und sehr traurig als wir durch waren.

    Ein eindrucksvolles Biotop mit viel Grün
    Grün, grün ist alles was ich habe…
    Ich, der junge Hüpfer, neben der alten Dame (400 Jahre alte Eiche)

    Was willst du später werden…

    …das fragte ich den Großen und mit leuchtenden Augen antwortete er mir: “ Natürlich Forscher, deswegen untersuchen ich doch hier alles“. Schön, dass er seinen Ineressen bewusst ist und diesen folgt. Auf die Frage wie ich ihn unterstützen könnte, war die Antwort, dass ich seine Assistentin sein könnte. Naja um ehrlich zu sein habe ich nie davon geträumt Frösche zu fangen 🙄 – aber für das Kind rette ich auch gern mal irgendwelche Insekten und Amphibien. Zur Vollständigkeit: Die Kleine möchte Polizistin werden. Aber beide wollen hoffentlich „glücklich“ werden…zumindest hören wir dank der Kleinen das Lied „Glücklich“ von Dikka im Auto hoch und runter….hoffentlich bleibt etwas hängen.

    Fangen, Beobachten und schweren Herzens wieder frei lassen
    Beliebtes Fotomotiv (noch besser wäre, wenn es ein Horn hätte)
    Fertig für die Forschungsexpedition

    Auf dem Rückweg kamen wir an einer Community vorbei, die Wert auf Nachhaltigkeit und ein Zusammensein auf Augenhöhe legen…richtig toll wie viele Menschen sich zusammentun und gemeinsam etwas bewirken. Dank workaway stoßen wir immer mal wieder auf solche Menschen. Sehr inspirierend…mal sehen was aus diesen Impulsen noch entsteht….

    Den Nachmittag verbrachten wir wieder mit Pool und Wein 😀 und bereiteten alles vor, um am nächsten Tag früh starten zu können, gen Slowenien…

  • Gardasee: Ein Urlaub vom Urlaub

    Gardasee: Ein Urlaub vom Urlaub

    Gardasee, der größte See Italiens, der jährlich Tausende an Touristen anlockt; einmal durch sein kühles Nass selbst, aber auch dank der vielen möglichen Aktivitäten (Wassersport, wandern, Sightseeing, …) drumherum, dazu die super ausgebaute Infrastruktur (Campingplatz an Campingplatz, Shopping, Ausflugsziele, …) und der wunderschönen Landschaft. Auch wir sind einem Ruf gefolgt…eher weniger dem des Gardasees, als vielmehr dem unserer Freunde, die Urlaub machten und dies zufällig an diesem wundervollen See und zufällig auf unserer „imaginären“, sich ständig ändernden, Route. Also nix wie los aus den kühlen Bergen an den warmen See.

    Foto: Pawel Sosnowski

    Schnell haben wir während der Suche nach einem Stellplatz gemerkt, dass es sich um eine wirklich richtige Tourigegend handelt. Bisher hatten wir solche Gegenden eher vermieden. Woran wir es bemerkt haben? Zum Einem an den hohen Preisen, der großen Auswahl und den Mindestbuchdauern der Camping- und Stellplätze (teilweise 2 Wochen). So ergab es sich, dass wir auf einem Campingplatz nahe Verona (AGRICAMPEGGIO COURT Comotto) landeten. Das bedeutete, dass wir 30-45 Minuten für die Fahrt zum See in Kauf nahmen.

    Erfahrung schlägt Vorurteil

    Das bedeutete für uns jeden Tag auf- und abbauen und das möglichst schnell, weil entweder ein Treffen anstand oder die Kinder ihren wohlverdienten und definitiv notwendigen Schlaf benötigten. Einer unserer bisherigen Kritikpunkte bzw. Vorurteile unsererseits am kleinen Camper und damit Unterschied zwischen Camper und Wohnwagen/mittelgroßem Camper ist, dass man nicht so flexibel ist. Das bedeutet, dass man eher auf dem Campingplatz stehen bleibt, als alles umräumt, umklappt und abbaut um wegfahren zu können. Doch wir sollten uns selber in diesen Tagen beweisen, dass es eben doch geht und das mit absehbaren Aufwand. Nach einem Tag hatten wir bereits eine super Routine alles auf- und abzubauen, so dass wir die Freiheit und Flexibilität richtig genossen und jeden Tag Tagesausflüge machten.

    Wanda in Italien

    Damit haben wir uns mal wieder selbst bewiesen, dass die uns gesetzten Grenzen von uns selbst gesetzt sind und dass manchmal nur ein wenig neue Erfahrung notwendig ist um Dinge anders, in diesem Fall die Sicht auf die Art des Urlaubs mit dem Camper, zu sehen. Entweder durch einen eigenen mutigen Schritt oder auch mal von außen „erzwungen“.

    Fazit: Tagesausflüge mit Camper sind möglich und nicht allzu stressig!

    Wenn die Reise zum Alltag wird, wird der Alltag zum Urlaub – oder so ähnlich

    Wo fängt Urlaub, wo die Reise, wo Alltag an, und wo hören Sie auf? Das war das erste Mal, dass wir diesem kleinem Konflikt so exponiert waren. Sollen wir ins Restaurant essen gehen wie die anderen Urlauber, einen Kaffee und Eis in den Cafés am Hafen zu uns nehmen, eine Schifffahrt machen oder doch eher Picknick am Strand, Kaffee aus der eigenen Herstellung trinken und das Wasser von der Küste aus betrachten?! Wir haben versucht eine Mischung zu finden…dem Urlaubsfeeling folgen und sich auch mal die italienische Küche gönnen. Unsere Kinder haben allerdings jedes Mal Nudeln mit Ketchup haben wollen…das habe ich natürlich nicht so übersetzt 😉. Dann haben sie die Nudeln einfach, unter den verständnislosen Blicken der Kellner, ohne alles gegessen. Das Lustigste war, dass wir zweimal Kinderportionen bestellen mussten für jedes Kind, weil sie mittlerweile so viel essen und noch ganz hungrig nach der ersten Portion waren. Damit ist Essen gehen schon echt teuer und ich bin gespannt wie viel sie wachsen wollen und was sie dann im Teenie alter verschlingen werden 😄. Bei den Aktivitäten beschlossen wir eher bei dem Günstigerem zu bleiben und unser Budget nicht allzu sehr zu belasten. Diese Waage zu halten, nicht zu oft nein aber nur mit bedacht ja zu sagen, ist unheimlich schwierig…wir wollen uns ja auch etwas gönnen, etwas erleben und vor allem nichts verbieten, worauf wir Lust haben. Wir lernen und erfahren und probieren aus.

    Somit unser Fazit: keine Ahnung wie die Unterscheidung generell sein könnte…wir entscheiden situativ 😀 Ein Hauch Routinen und Struktur vermischt mit viel Flexibilität und Selbstbestimmung. Lösen von den Erwartungen der Gesellschaft und bei den eigenen Bedürfnissen und wirklichen Notwendigkeiten sein.

    Unsere Erlebnisse am Lago di garda

    Hast du einen See, brauchst du kein Meer mehr

    Nach einer anstrengenden Reise von der Schweiz, die statt den vom Navi suggerierten vier Stunden, den ganzen Tag gedauert hat, da wir immer wieder wegen Übelkeit anhalten mussten und der Verkeht sich staute, haben wir am ersten Abend nur noch schnell aufgebaut, Fertigmilchreis gegessen und sind dann schlafen gegangen.

    Der Campingplatz war eher ein Stellplatz auf Schotter. Das Problem an Schotter ist, dass wir die Kindern alle zwei Minuten darauf hinweisen müssen, dass sie bitte neben dem Auto nicht mit den Steinen schmeißen sollen. Anscheinend war nur (wie öfters bei Zurechtweisungen) der „SehrKurzZeitMerkModus“ aktiviert, so dass eine ständige Wiederholung notwendig war und die Stimmung negativ beeinflusste.

    Am nächsten Tag haben wir den Strand unsicher gemacht und konnten endlich mal wieder das SUP nutzen. Die Kinder hatten mega Spaß. Wir hatten schon überlegt, ob wir auch dieses als Überlast loslassen, aber nun hat es sich doch wieder bewährt.

    Anders war es mit einigem Kleinkram. Den haben wir zu einem Paket gepackt und dankbarerweise unseren Freunden zum Versenden mitgeben können. Nach dem Strand schauten wir uns mal die Namensgeberstadt des Sees genauer an: Garda. Auf dem Weg dorthin kamen wir an einem Wochenmarkt vorbei und stellten uns dem italienischen Verkehr und Parkwahnsinn und hielten an. Auf dem Markt sah es dann weniger italienisch aus, da die Einwohner schnell ihre Einkäufe tätigten und die Deutschen wie gewohnt über den Markt schlenderten.

    Darauf folgte ein leckeres Picknick mit frischem Joghurt, Brötchen und Obst. Zufälligerweise nahe einer kleinen Bar, die zu wirklich sehr humanen Preisen uns Erwachsene mit dem notwendigen Koffein, um den Tag zu überstehen, ausstattete und die Kinder mit Zuckereien bei Laune hielt. Garda selbst bietet einen schönen Hafen, kleine Geschäfte, viele Restaurants und Cafés und einen Spielplatz…lustigerweise trafen sich dort nur die deutschen Familien und waren, durch die deutsche Brille, etwas enttäuscht, da er nach deutschem Standard wohl eher in der unteren Bewertung abgeschnitten hätte.

    Hinzu kam, dass es dort von Wespen wimmelte, was wir erst bemerkten, als unser Großer gestochen wurde. Sein bereits durch die Mücken mit Beulen übersäter Körper bekam nun noch eine rote dicke Schulter dazu. Und wie es so ist…immer wenn man sie braucht, hat man das Allerheilmittel Zwiebel, nicht dabei. Na toll! Aber das Kühlpad aus dem Auto hat schon Wunder gewirkt und der Große ist sehr tapfer gewesen. Ab jetzt gehört die Zwiebel zur medizinischen Standardausrüstung.

    Für den nächsten Tag hatten wir uns vorgenommen abends ein Picknick zu machen…Nach zwei Tagen Restaurant wollten wir gern ein entspanntes Picknick in der Natur machen.

    Vom Einkaufserlebnis und entspannten Toilettengang

    Daher gingen wir in den nahegelegenen Ipermarket (augenscheinlich eine Steigerung vom (mini-, super- zum Ipermarkt)….und wow! Reihenweise Nudeln und Tomatensoßen sowie Pesto. Auch die Auswahl an Olivenöl hat uns leicht überfordert. Wir haben uns nach diesem Einkauf mit einem Kaffee und einem Croissant direkt vor dem Ipermarkt belohnt.

    Witzigerweise sollten wir diesen Laden in den nächsten Tagen noch mehrmals besuchen. Auch wenn die Lage nicht perfekt war, so war er doch stark frequentiert…die Italiener trafen sich vor und nach dem Einkaufen oder einfach so…im Gegensatz zu uns machten sie den Einkauf zu einem Erlebnis statt nur einer Pflichtaufgabe die abgearbeitet werden will.

    Bevor der Tagesablauf weitergeht, ein kurzes Wort zu den Toiletten: sie waren sauber und hatten diesen Sitz an der Wand, auf dem man das kleine Kind während des Toilettengangs „absetzen“ und anschnallen konnte. Ich plädiere für eine Einführung in Deutschland…endlich ohne Sorge, dass die Kinder den Toilettenboden ablecken, die Tür während des Toilettengangs öffnen oder andere, für uns teilweise unverständliche, Taten vollbringen.

    Bitte sowas in jeder Toilette 😊

    Mit der richtigen Karotte vor der Nase über sich hinauswachsen

    Danach ging es wieder an den See. Zum Abend hin haben wir dann alle gemeinsam ein Picknick direkt am See gemacht mit Blick auf den Sonnenuntergang.

    Am nächsten Tag hieß es erst einmal Haushaltsaufgaben erledigen, denn der Berg von Schmutzwäsche wuchs und die saubere Unterwäsche neigte sich dem Ende. 

    Die Mittagshitze überstanden wir im Decathlon, da wir nach einem Ersatz der verloren geglaubten Picknickdecke gesucht haben (hatten sie wohl am Vorabend am Strand liegen lassen). Und wie es so ist, gingen wir noch mit drei anderen Dingen aus Decathlon hinaus 😉. Zumindest konnten die Kinder Fahrrad und Roller fahren.

    Nun gings wieder an den See. Aber dieses Mal nicht direkt an den Strand, sondern kurz an den Hafen von Lazise. Dort gönnten wir uns einen Kaffee und ein Eis und schlenderten durch die Gassen. Irgendwie scheint es in den Genen zu liegen, denn die Kleine wurde von einem richtigen Shoppingfieber erfasst und hat sehr aufmerksam und geduldig nach einem Kleid gesucht. (Als Onlinebestellerin kann sie es nicht von mir haben) Ich glaube mit dieser Motivation ist es möglich viele Kilometer mit ihr zurückzulegen…jaja es kommt auf die richtige „Karotte“ an, um die Menschen zu außergewöhnlichen Leistungen zu bringen 😅, und das ohne von etwas weg laufen zu müssen sondern nur hinzu. Leider hatten wir keinen Erfolg. Aber ich bin mir sicher, dass die anspruchsvolle Suche weitergehen wird, sobald wir uns wieder Geschäften nähern.

    Abends fand wieder das Picknick statt und ach ja…unsere Picknickdecke lag unversehrt an dem Platz wo wir sie vergessen hatten. Es gibt auch ehrliche Menschen 👍. Das Picknick wurde zum Ende von der Kinderdisko des angrenzenden Campingplatzes begleitet…wir alle haben mitgeschunkelt.

    Dann ging’s zurück auf den Campingplatz.

    Von der Kontrolle zumVertrauen und wieder ein Stück zurück (Krebsgang)

    Wir hatten die letzten Male unseren Tisch auf dem Platz stehen lassen, um wieder darauf parken zu können. Beim ersten Mal hatten wir nichts hingestellt…wir waren ganz aufgeregt ob und wo wir, zwar trotz Reservierung aber ohne Platzzuweisung, einen Platz bekommen würden…Unser kleines Experiment Kontrolle abzugeben….und es hat funktioniert…wir bekamen einen sogar besseren Platz. Es lohnt sich also mal kleine Risiken einzugehen😉. Naja nun hatten wir ja etwas stehen lassen und kamen mit der gewonnenen Sicherheit zurück. Dann der Schock! Wir waren schockiert, als im Gegensatz zu den vorherigen Malen ein Auto darauf parkte und wir unseren Tisch nicht fanden. Die französischen Besitzerinnen beteuerte, dass der Platz leer gewesen war. Und tatsächlich fand Uwe unsere Sachen später auf dem Müll…anscheinend dachten die Besitzer wir hätten den Tisch zurückgelassen…obwohl sie uns selbst dazu geraten hatten ihn hinzustellen. Also alles gut nach kurzem Schock und für eine Nacht war der andere Platz okay.

    Am nächsten Tag sollte es dann weiter gen Osten gehen, Richtung Slowenien mit einem weiteren Zwischenhalt in Italien.

  • Schweiz…ein Hauch gewohnte Normalität

    Schweiz…ein Hauch gewohnte Normalität

    Heidi ruft…

    Die Schweiz begrüßte uns in ihrer vollen Pracht. Die sehr kurvenreiche Fahrt über die Berge führte uns an saftig grünen Wiesen vorbei, auf denen die Kühe weideten, vorbei an spektakulären Felsformationen bis hoch über die Baumgrenze zu kleinen Tiefen, befüllt mit Schnee und Eis. Letzteres war ein riesiger Hebel den Kindern die doch ziemlich lange und vor allem schauklige Autofahrt zu versüßen.

    Eine kleine Schneeballschlacht gefällig? Wir sind bereit!
    Weit und breit Berge

    In Scuol angekommen wurden wir herzlich von sechs Hunden und der Familie (zwei Erwachsene und vier Kindern) begrüßt. Obwohl ein riesiges Gewusel herrschte, waren unsere Gastgeber ganz ruhig und entspannt, nahmen sich Zeit für unsere Fragen und bereiteten sogar noch für uns alle ein super leckeres Abendessen zu.

    Aus der Ruhe kommt die Kraft…

    …oder so ähnlich. Mit sich selbst verbunden (inneres Bonding) zu sein und für sich zu entscheiden ob die Situation es wert ist Kraft und Energie (beides endlich) zu verwenden, sich von der Unruhe anstecken zu lassen oder einfach bei sich und seinen Bedürfnissen und Aufgaben zu bleiben, zu fokussieren und das andere zu akzeptieren und … das wäre in meinen Augen die Königsdisziplin … sich vielleicht an der Lebendigkeit sogar zu erfreuen. Also eine Ordnung/Muster in der Unordnung/dem Chaos zu sehen und lieben zu können.

    Wieder haben wir die Wahl uns für eine Perspektive zu entscheiden und das aus der Situation zu machen, was wir wollen. Klingt doch perfekt! Soetwas zu erleben, die Ruhe zu spüren, ist eine enorme Motivation – auch wenn wir gefühlt davon noch Lichtjahre entfernt sind. Aber Schritt für Schritt!

    So war mein persönliches Ziel mit Vertrauen und Ruhe zuzuschauen, wie die Kinder mit den vielen Hunden spielten …

    Am nächsten Tag fuhr die Kolonne (es war wahrlich eine) los, gen Kroatien. Mit Auto, Wohnwagen und Campervan war Platz genug für alle sechs Personen und fünf Hunde.

    Vertrauen bedeutet nicht alles über jemanden zu wissen, sondern es nicht wissen zu müssen

    Nun standen wir hier, in diesem wundervollen Haus, mit Garten und das mitten in den Bergen. Immer noch konnten wir es kaum glauben, dass uns dieses Vertrauen entgegengebracht wurde und uns für zwei Wochen Haus, Garten und die Haustiere anvertraut wurden. Na klar, haben wir gedacht, uns kann man soetwas zumuten … aber natürlich kennt man uns hier nicht und trotzdem … noch mehr hat es uns beeindruckt, dass jemand uns dieses Vertrauen schenkt. Wir hatten ja gerade die Erfahrung am eigenen Leib gemacht, nämlich was es für „Überwindung“ kostet, sein eigenes zu Hause unterzuvermieten. Aber wir haben das Vertrauen einer ganz lieben Familie gegeben und wissen unsere Wohnung in guten Händen (es war ein langer Prozess … dazu später vielleicht mal etwas mehr).

    Damals konnten wir bei uns schon die Erleichterung spüren, die Wohnung in den Händen von jemandem, dem man vertraut, zu wissen. Umso schöner ist es, jetzt mal die andere Seite zu spüren – nicht Vertrauen zu geben, sondern Vertrauen zu empfangen. Ein wirklich wärmendes und rührendes Gefühl, was ein Geschenk ist und gleichzeitig Wertschätzung und auch Verpflichtung. Und genau das, auf der einen Seite diese Erleichterung, Leichtigkeit und Befreiung von Sorgen und Gedanken und auf der anderen Seite dieses positive Gefühl, welches es in dem anderen entfacht. Dies sind Dinge, die in uns das Bedürfnis geweckt haben mehr davon in unser Leben zu integrieren. Mal sehen wie wir das machen.

    Pflichten und Rechte der HouseSitter

    Wir durften alles nutzen, von den Zimmern (die Kinder hätten allein im eigenen Zimmer schafen können, aber sie wollten bei uns schlafen), über den Garten, die Gartengeräte, die Feuerstelle bis hin zum Kinderwagen (ein Thule Sport mit Bremsen hat sich in der bergigien Landschaft mit zwei kleinen Stadtkindern als sehr sehr hilfreich erwiesen).

    Unsere Aufgaben waren, die Pflanzen im und außerhalb des Hauses zu gießen und zu pflegen, die acht Meerschweinchen zu füttern, einzucremen (sie hatten einen Pilz der behandelt w den wollte) und ihr zu Hause zu reinigen und die Hühner zu füttern und rein- und rauszulassen. Wir haben uns eine Routine erschaffen und morgens den größten Teil mit den Tieren erledigt (das war Uwe‘s und Kalles Aufgabe) während sich die Pflege der Pflanzen und des Hauses über den Tag erstreckten bzw. auf den Abend verlegt wurden.

    Jeden Tag war Kuschelzeit

    Ein wenig gewohnte „Normalität“

    Es fühlte sich schon heimisch an wieder ein festes Dach über dem Kopf zu haben und das Bad nicht mit 30 anderen teilen zu müssen. Aber das Tollste war der Thermomix und der Backofen. Vor allem Letzteres ermöglichte uns zu backen, was im Camper nahezu unmöglich ist. (Es gibt eine Lösung, aber wir besitzen sie nicht). Und so wurde fleißig gebacken.

    Endlich wieder Gamification beim Kochen
    Frische Pizza aus dem Ofen
    Nix geht über einen Quarkkuchen
    Li la Lasagne

    Das Wandern ist des Müllers Lust, doch nicht die unserer Kinder

    Was kann man mit kleinen Stadtkindern so alles in der Schweiz unternehmen. Am ersten Tag folgten wir dem Tipp unserer Gastgeber und fuhren zum Schwimmen an einen kleinen Gebirgssee. Dort sind wir alle auf unsere Kosten gekommen: Ellie, die Wasserratte mit der Überzegung, dass sie ohne Hilfe schwimmen kann und Kalle, der sich ganz der Erforschung der Wasserechsen widmete. Als die Einheimischen jedoch plötzlch panisch begannen einzupacken, taten wir es ihnen nach und erreichten tatsächlich pünktlich zu den ersten Regentropfen das Auto. Da uns einige Gewitter heimsuchten, stiegen wir irgendwann auf ein Schwimmbad um.

    Unser Fazit: Das Wetter im Gebirge kann sich sehr schnell ändern und es lohnt sich von den Einheimischen zu lernen.

    Ellie hat uns mit einem neuen Feature überrascht
    Kalle war, wie immer, sehr liebevoll mit den Tieren

    Ansonsten halfen Themenwege immer wieder, dass die Kinder doch einige Meter zurücklegten.

    Insgesamt erfordert Wandern gehen mit unseren Kindern:

    • Durchhaltevermögen (unsererseits)
    • Empathie (für ihre Nöte und Ausflüchte)
    • viel Geduld (oh ein Tier und oh ein Stein…)
    • Kompromissbereitschaft (doch nur den kurzen Weg)
    • Unterhaltungstalent (besonders – – – – Hoppelhasengeschichten sind bei uns beliebt)
    • Bestechungsmaterial (Schokikekse,…)

    Fazit: lst ganz einfach 😉 Ich glaube unser Favorit mit den Kindern, in dieser Phase wird wohl Flachland bleiben.

    Hier wird gerade die Unterhaltungstaktik angewandt
    Ein schönes Beispiel für einen Kompromiss
    Stationen auf dem Weg lassen ihn kürzer und interessanter erscheinen
    Und hier der Beweis, dass sich die Mühen lohnen

    Wo der Sprudel aus dem Wasserhahn kommt….

    Ein Highlight, was tatsächlich half die Kinder zu einer absehbar langen Wanderung zu motivieren, waren die vielen natürlchen Quellen. Nicht einfach nur normale Wasserquellen, nein diese waren mineralisch – also Mineralwasser aus dem Wasserhahn. Alle hatten unterschiedliche mineralische Zusammensetzungen, mal mehr Mangan, mal mehr Eisen. Jedes mit seinem eigenen und individuellen Geschmack und Farbe. Kalle war so begeistert, dass er die Runde an den Quellen der Stadt anführte und reichlich trank. Auch im Laufe der Zeit sollten uns unsere Wege immer wieder an den Quellen vorbeiführen.

    Unsere „Haus“- Quelle

    In den nächsten Tagen gönnte ich mir mal eine Wanderung ohne Anhang. Während Uwe und die Kinder einen tollen Spielplatz entdeckten. Abends wollten wir den Kindern die Möglichkeit eines Stockbrot- und Lagerfeuererlebnisses ermöglichen. Es stellte sich jedoch heraus, dass am Ende wir diejenigen waren, die die Stäbe hielten und die Kinder lediglich ungeduldig nach dem Stand des Brotes fragten und dieses genüsslich verspeisten sobald es fertig und halbwegs kalt war.

    Unser Learning: Auch wenn wir es noch einmal versucht haben, denn gern hält man ja an seiner eigenen Idee fest, ist, dass Eltern- und Kindersicht und -vorstellung teilweise sehr auseinandergehen können.

    Hier noch voll dabei
    Fünf Minuten später ist die Begeisterung und Kraft erschöpft und der Papa darf weitermachen
    Erst das Löschen lässt die Lebensgeister wieder wach werden

    Wir genossen es auch tageweise einfach im Haus zu bleiben. Das weitreichende Angebot an Spielzeug und Gesellschaftsspielen bot eine tolle Möglichkeit neue Dinge auszuprobieren.

    Der Bagger, Drache und …
    … das Trampolin waren hoch im Rennen.
    Auch hier wieder Ravensburgerspiele. Das Spiel „Zauberberg“ faszinierte vor allem die Kleine.
    Der Große widmete seinen Ehrgeiz dem Spiel „Schnappt Hubi!“
    Traktorfahren geht immer

    Pläne sind nix, Flexibität ist alles…

    Ruhige drei Tage bescherte uns auch Kalles dicker Fuß. Er war irgendwo reingetreten und nun war sein Fuß dick. Als die Temperatur anstieg, entschieden wir uns zum Arzt zu gehen. Statt der gewohnten gefühlten 100 Anrufe bei Ärzten bzgl. Verfügbarkeit und dann die hoffentlich nur 99 Absagen, da keine Neupatienten aufgenommen werden, reichte ein Anruf um zwei Stunden später zum Arzt gehen zu können. Angekommen teilte sich nur ein einziger weiterer Patient das Wartezimmer mit uns. Wir wurden von einer sehr netten Ärztin empfangen, die sich viel Zeit nahm. Am Ende gingen wir mit Desinfektion, Cortison und einer, meiner Meinung nach, humanen Rechnung raus.

    Tatsächlich dauerte es noch zwei weitere Tage bis der Fuß wieder halbwegs belastbar war. Kalle genoss die Ruhe und hörte viel Hörbuch.

    Wie schlecht es ihm gegangen sein muss, merkten wir, die Schmerzschreiattacken in der Nacht vernachlässigt, erst, als er am dritten Tag voller Lebensfreude im Haus singend und pfeifend herumhüpfte.
    So konnten wir nun unsere anderen Ausflugspläne wieder aufnehmen.

    Über den Wolken

    Es ging mit dem Lift, eine tolle Erfindung nicht nur für SkifahrerInnen und MountainbikerInnen, sondern auch Eltern mit Kindern, den benachbarten Berg hinauf bis auf über 2000m. So konnten wir etwas frische Höhenluft schnuppern ohne den beschwerlichen Weg mit den Kindern bezwingen zu müssen. Oben gab es einen tollen Spielplatz und überall – auch schon am See – sind Feuerstellen zu finden, die von den Einheimischen auch gern genutzt werden. Sehr kinderfreundlich, gab es auf dem Berg auch noch einen Märchenwanderweg den „Flurinaweg“. Flurina war die Schwester von Schellen Ursli, um den es eine in dem Kanton Graubünden sehr verbreitete Geschichte gibt. Runter ging es für die Jungs mit dem Trottinet (einem Roller). 10 km rollen lassen und die Landschaft genießen, eine wirklich tolle und eindrucksvolle Erfahrung.

    Hoch hinaus mit der Seilbahn
    Die Stationen des Flurinaweges boten viel Abwechslung
    Eine Schaukel mit Aussicht
    Ein kleiner Pumptrack für die kleinen Draufgänger
    Und sie wurden immer mutiger mit jeder Runde
    Und währendessen tänzelt Ellie über die Wanderwege

    Die Eltern sagten es geht nicht, dann kamen die Kinder, ignorierten uns und hatten Spaß

    Dies bewiesen uns die Kinder immer wieder. Vor allem an solchen Tagen, an denen wir zu Hause blieben und ihnen den Freiraum für freies und kreatives Spielen gaben … und uns Eltern etwas Ruhe und Entspannung. Insbesondere wenn die Kinder sehr viel Spaß hatten und keine Konsequenzen absehbar waren, fragten wir uns basierend auf was und welcher Stimme unser erstes Verbot basierte.

    Bei dieser Selbstreflexion unterstützen die Kinder sehr stark, indem sie sich vor uns aufbauen und uns mit ihrem unschuldigen, fragenden Blick zu löchern scheinen und fragen: „Warum?“ Und wenn uns keine sinnvolle Antwort einfällt oder die Kinder sehr gut argumentieren, nehmen wir uns auch gern mal die Freiheit zurückzurudern, sie zu bestärken, indem wir ihnen Recht geben und sie machen lassen. An anderen Tagen jedoch, wenn sie sich ausprobieren und trotz mahnender Hinweise, die Konsequenzen unangenehm sind, scheuen wir uns auch nicht davor den Spruch zu sagen: „Das haben wir euch doch gesagt“ und zumeist selbst zu unterstützen.

    Den Drachen, der sich überraschenderweise verknotet hat, als er auf dem Trapolin genutzt wurde zu entwirren oder zu trösten, wenn trotz Warnung wild auf dem Trampolin gegeneinander gesprungen wurde. Naja, einige Erfahrungen müssen die Kinder selbst machen und so groß der Beschützerinstinkt auch ist, wir als Eltern müssen das auch mal aushalten.

    Und wieder ein Auf Wiedersehen

    Nach zwei Wochen waren die Hausbewohner wieder da und wir begrüßten sie mit einem leckeren Essen. (das letzte Mal Thermomix kochen). Wir hatten einen schönen gemeinsamen Abend.
    Am nächsten Morgen hieß es wieder Abschied nehmen. Noch einmal alles schnell machen, was so viel Spaß gemacht hat, wie mit den Hunden spielen, bzw. ein Abschiedsselfie mit ihnen schießen, noch einmal die frischen Möhren kosten und mit den Hühnern und Meerschweinchen kuscheln. Und dann hieß es auch sich von unseren lieben Gastgebern zu verabschieden, für das Vertrauen und diese tolle Zeit zu bedanken. Doch ein Abschied von der Schweiz sollte es noch nicht werden, denn wir durften noch ein paar Tage in ihrer Wohnung in St. Moritz übernachten.

    Abschiedsroutine

    Langsam wird der Abschied zur Routine, aber auch die Veränderung und das Neue. Um frei zu sein für das Neue und das Alte zu würdigen und in Erinnerung zu behalten, verabschieden wir uns immer explizit von alles Dingen: Tschüss Tisch, tschüss Meerschweinchen, … Auch beginnnen wir mehr über den neuen Ort zu berichten und uns gemeinsam darauf zu freuen. Das funktioniert ganz gut. Ab und zu ist noch Redebedarf zu dem Vergangenen oder wir erinnern uns gemeinsam, in dem wir Fotos anschauen und z.B. den Gastgebern schreiben.

    Die Schweiz – unsere Eindrücke und was wir erfahren haben

    Die Schweiz ist für uns Deutsche sehr teuer. Das liegt zum Einen an der Währungsumrechnung und zum Anderen haben wir bei den Gesprächen mit anderen Schweizern erfahren, dass auch bei ihnen momentan ein starker Preisanstieg zu verzeichnen ist. Um ein Gefühl zu geben: eine kleine Portion Pommes: 7,50€, ein Kaffee: 5€, Bratwurst mit Brötchen: 12€.

    Um etwas Geld, auch gerade bei den Lebensmitteln, zu sparen bzw. was Neues zu probieren und den Nervenkitzel des nicht wissens was es sein wird, sowie die Kreativität aus dem was man hat etwas zu zaubern und natürlich Lebensmittel vor dem wegwerfen zu retten, nutzten wir ausgiebig TooGoodToGo. Es bescherte uns mal leckere, mal weniger leckere Dinge.

    In den Bergregionen wird der Müll nicht per Müllauto abgeholt, sondern man muss sortieren, eine Jahresgebühr bezahlen und kann dann die Container nutzen. Und jetzt interessant für alle, die ein Haus bauen wollen: Besonders war in dem Haus, in dem wir wohnten, dass es einen Wäscheschacht gab, sodass die Schmutzwäsche aus jedem Stockwerk direkt in den Schmutzwäschebehälter neben der Waschmaschine im Keller „geworfen“ werden konnte. Bei viel Wäsche staute sich das auch gern mal bis nach oben. Ein weiteres tolles Detail war der Staubsaugerschacht. Wir schlossen praktisch den Schlauch an den Schacht und schon ging der Staubsauger an und der Dreck wurde direkt in einen Behälter im Keller geleitet.

    Elternzeit in der Schwez ist wesentlich kürzer als in Deutschland und die Angebote der Kita sind oft nicht ausreichend bzgl. Plätzen und Zeiten um der Mutter zu ermöglichen voll arbeiten zu gehen. Tagesmütter sind kaum verfügbar. Unsere Gastgeber lösten dieses Problem so für sich, dass die Großeltern für drei Tage die Woche die vier Stunden lange Anreise auf sich nahmen um das Kind zu betreuen, während die Mutter arbeiten ging – was sie in St. Moritz tat und nicht direkt bei sich in Scoul.

    Die Hunde der Familie, bei der wir gelebt haben, waren als Rettungshunde ausgebildet. Gerade in den unwegsamen Bergen und besonders bei Schnee sind diese unerlässlich. Uns wurde erzählt, dass es schon so einige Einsätze gibt, vor allem im Winter nach Lawinen. Dann ist leider die Überlebensrate nur sehr gering. Problem ist, dass die Menschen wenn sie verschüttet sind mit ihrem Atem, den Schnee vereisen, sodass dort kein Sauerstoff mehr durch kommt. Auch die Zeit bis die Hunde an Ort und Stelle des Unglücks sein können dauert zu lange, da durch die Kälte nach nur wenigen Minuten die Überlebenschance bereits stark sinkt. Also leider eher traurige Einsätze. Auf der anderen Seite sind die Einsätze im Sommer, wenn Wanderer vermisst werden oft von mehr Erfolg geprägt. Super spannend!
    Übrigens haben wir schlechte Erfahrung mit Geld abheben gemacht. Das angebliche kostenlose Abheben mit unserer DKB Karte wurde immer wieder durch Gebühren von der Bank zunichte gemacht. Teilweise bis zu 10% des ausgezahlten Betrags. Und geht es ohne Bargeld? Größtenteils ja!

    St.Moritz begrüßt uns mit nassem Blau…

    Wunderschön erstreckte sich St.Moritz und sein See vor uns. Eine neue Stadt, noch höher in den Bergen gelegen und am Rande eines Sees, was der Stadt einen besonderen Charakter bescherte.

    Klein, aber fein


    Die Wohnung war sehr gemütlich, aber wesentlich kleiner als das Haus. Am Ende bestand sie auf zwei Räumen mit offener Küche und einem kleinen Bad. Aber wir fühlten uns sehr wohl. Die Kinder bezeichneten die Wohnung als Kinderparadies. Eher weniger wegen ihrer selbst, sondern, weil dort sehr viel Paw Patrol Spielzeug war. Die Wohnung war direkt am Wald gelegen und sehr ruhig. Wir haben mal wieder bemerkt, dass wir nicht viel Platz brauchen um uns wohlzufühlen …und das ist gut so, denn wir wollen ja fast ein Jahr nur in Campern wohnen 😁

    Von oben sieht die Welt bunter aus…

    Am ersten Tag stürzten wir uns ins Abenteuer und fuhren mit dem Bus zur Talstation um von dort auf dem Muottas Muragl mit der Zahnradbahn zu fahren. Die Aussicht war spektakulär. Es war möglich bis nach Italien zu schauen. Für die Kinder eher uninteressant, sie eroberten in Sekundenschnelle den Spielplatz. Es bedurfte einiges an Überredungskunst um sie zumindest zu einem kleinen Rundweg zu überreden. Es war wirklich schön! Als Motivation nutzten wir die Aussicht auf einen Besuch auf einem mega schönen Spielplatz, den wir direkt in der Nähe der kleinen Wohnung entdeckt hatten.

    Alles Gute zum Nationalfeiertag…

    …hieß es am 01.08.. An diesem Datum, so vermutet man, da nur Anfang August überliefert worden war, hatten sich die ersten Regionen zusammengetan um sich gegen die Besetzung der Österreicher zu stellen und um später aus noch anderen Verbündeten die Kantone zu bilden, die die Schweiz ausmachen. Dies wurde stets zum Anlass genommen zu feiern indem abends Feuer gezündet wurden, auf den Bergen (Höhenfeuer) und auf dem See. Bei Musik und Bratwurst mit Brötchen genossen wir die Musik, das Treiben und die Feuer. Ein tolles Erlebnis, auch wenn Ellie einiges davon verschlief.

    Passiv Sport treiben

    Das haben wir gemacht, als wir zu einem bekannten Surfer und Kitesurfing Strand gefahren sind und das wilde Treiben beobachtet haben. Es war total schön die Stimmung dieser Community zu spüren. Obwohl wir nicht auf dem Wasser waren, hat der Wind uns auch ein wenig das Gefühl von Freiheit und Lebendigkeit beschert. Zumindest hat Kalle beschlossen, dass neben seiner profession als Paraglider er auch professioneller Kitesurfer wird … viele Träume. Das ist wichtig!

    Und dann hieß es endgültig tschüssie zu der Schweiz zu sagen und Ciao zu Italien

    Denn wir sind auf einer Reise, neugierig für mehr und nach dieser Pause freuten wir uns schon wieder auf unser kleines mobiles Häuschen und in Bewegung zu sein.

  • Wir werden HouseSitter

    Wir werden HouseSitter
    Vom Bodensee in die Schweiz – 4 Stunden

    Unser erstes HouseSitting … wir lassen uns gern inspirieren und sind super dankbar für Impulse aller Art … daher folgen wir auch einigen Weltbummlern auf Social Media. Dort sind wir das erste Mal über das Thema HouseSitting gestoßen. Neben der Möglichkeit kostensparend ein festes Dach über dem Kopf zu haben, gibt es die Möglichkeit so zu wohnen wie die Einheimischen, und gleichzeitig eine Möglichkeit, hinein zu schnuppern wie es ist auf dem Land, in der Stadt, mit großen und mit kleinen Tieren zu leben.

    Besonders Tiere spielen bei uns bzw. unseren Kinder eine große Rolle. Da wir ihnen bisher im „normalen/herkömmlichen“ Leben noch nicht ermöglichen konnten/wollten ein Haustier zu haben, dachten wir, dass es eine gute Idee ist Haustiereigentümer auf Zeit zu sein.

    Niederlagen sind ein Teil des Erfolgs

    Also meldeten wir uns auf der Plattform trustedhousesitters.com (Link mit 25% Rabatt für neue Anmeldung 🎁) an.

    Wir erhielten anfangs viele Absagen. Leider zumeist ohne Begründung. Das hat sich jedes Mal wie eine Niederlage angefühlt. Auch ein wenig so: sie trauen uns nicht, wir sind nicht gut genug …Das hat uns erst einmal sehr getroffen. Hinzu kommt, dass so eine Bewerbung sehr schnell gehen muss, da nach fünf Bewerbern die Bewerbungsmöglichkeit erst einmal abgeschlossen ist, soweit der Host sie nicht noch einmal neu startet. Also Stress, Zeitdruck, Frustration pur.

    Doch endlich hat es geklappt…in der Schweiz meldete sich eine Familie zurück mit sechs (!) Hunden, vier Hühnern und acht Meerschweinchen. Als sie sagten, dass sie die Hunde mitnehmen würden, fiel uns ein Stein vom Herzen … Hühner und Meerschweinchen, dachten wir bei uns, sowie Gartenpflege (haben wir ja jetzt einige Erfahrung) bekommen wir hin!

    Und so geschah es, dass wir, obwohl wir eigentlich gar nicht geplant hatten in die Schweiz zu fahren, (alles hat seinen Grund) … wir am Ende in diesem bergigen und wunderschönen Land in der Stadt Scoul landeten.

  • Über Pläne lacht das Schicksal

    Über Pläne lacht das Schicksal

    …ganz nach diesem Motto durften wir auf unserer Weiterfahrt ins Erzgebirge einen Carglass Stopp in Freiberg einlegen. Während die Eltern einen Schwerpunkt auf die, an Montagen leider beschränkt zugängliche, Kultur legen wollten, hatten die Kinder andere Pläne.

    Kalle, mit seinen trainierten Augen, entdeckte überall, sei es an der Fensterscheibe eines Ladens, neben einer Skulptur, die wir ihm gerade zeigen wollten, oder im Park auf der Rutsche, Insekten. Und statt: Oh, was für eine schöne Skulptur oder leckeres Brötchen hieß es: „Oh eine Feuerwanze, da fliegt eine Motte…warte du freche Fliege – gleich habe ich dich.“ Also doch lieber Wald statt Stadt 😉. Immerhin konnte er sich kurzzeitig für die Steinesammlung an der hiesigen Universität begeistern.

    Ellie hatte auch wenig für Kultur übrig – bzw. bis auf die Shoppingkultur. Wenn sie nicht gerade auf jeden Treppenvorsprung oder die nächstbeste Bank kletterte um dann in Parcourmanier runterzuspringen, mal mit, mal ohne Drehung, klebte förmlich ihre Nase an den Schaufensterscheiben. Den flehenden und begierigen Blick unterstrich sie dabei oft mit ihrer lauten Stimme und einer konkreten Forderung: Ich will das haben …
    Dementsprechend war der Aufenthalt nur mäßig entspannend und wir haben uns gefreut als wir endlich mit heiler, und sauberer Frontscheibe auf dem Weg Richtung Campingplatz waren.

    Dort angekommen erwartete uns der wundervolle Campingplatz Greifensteine! Direkt am See gelegen, mit frei wählbaren Plätzen, einem kleinen Kiosk, einem Imbiss und einem Bäckerstand, der netterweise auch an Regentagen geöffnet hatte…Die Sanitäranlagen waren sauber und wir hatten Glück mit den Mitcampern.

    Während Uwe das Auto und das Zelt vorbereitet hat (ein nicht ganz zu vernachlässigender Prozess – Einblicke geben wir später) erkundeten der Rest der Familie das, direkt an den Campingplatz angrenzende, Seeufer. Pünktlich nach Fertigstellung unserer „Unterkunft“ ging der Regen los und was wir damals noch nicht wussten, aber bald spüren mussten, war, dass er gekommen war um zu bleiben … Somit fing unser Camping direkt mit Dauerregen an. Eine Herausforderung, der das Zelt und das Auto besser standhielten als unsere Laune. Da es nach dem Aufbauaufwand nun gefühlt zu aufwendig war, das Auto wieder umzubauen um einen Ausflug zu machen … bzw. wir einfach zu schlapp waren, nutzten wir jede Regenpause und fußläufige Attraktion um etwas zu erleben.

    Da gab es das Erlebnisbad, eine Minigolfanlage, Spielplatz, Tretboot fahren, einen schönen Strand und einen Steinladen, in dem man seine Steine selber schleifen durfte. Nun würden einige fragen: „Warum seid ihr nicht weggefahren und an einen trockenen Ort gefahren?“ Wir waren total verrückt – wir haben unseren Aufenthalt sogar zweimal verlängert und waren statt der vier Nächte dann doch sechs Nächte dort. Wir hatten eine total romantische und schöne Vorstellung wie es hier wohl sein würde bei schönem Wetter und hielten länger durch als Petrus Regen schicken konnte um dies zu haben, genießen und uns bestätigt zu wissen.

    Einfach mal über den Tellerrand springen

    Dabei ist mir insbesondere aufgefallen wie Kalle gewachsen ist – im Erlebnisbad hat er sich erst auf eine der Wasserrutschen überhaupt nicht drauf getraut. Nach einigen Versuchen, in Begleitung und motivierendem Zureden, war er irgendwann (zugegeben hat es etwas gedauert und viel von dem Geduldsvorrat in Anspruch genommen) soweit und er hat es sich dann allein getraut … einmal, zweimal … gefühlt tausendmal. Tage später erzählte er noch begeistert von dieser Rutsche, die so viel mehr für ihn war als nur eine Rutsche. Er hat seine Angst überwunden und sich damit die Möglichkeit dieser adrenalinsteigernden Erfahrung des highspeed Rutschens erlaubt/ermöglicht. Sein Stolz auf sich und das Verlangen des Teilens haben ihn bewegt selbst Wochen später noch die Geschichte über sich selber als todesmutiger blaue-Rutschen-Bezwinger zu erzählen.

    Eine weitere Erfahrung, bei der ich ihn über sich selber hinaus wachsen sehen habe, war das Steine schleifen. Wer hat schon einmal einen Stein geschliffen – Hände hoch! Das ist ein Prozess über drei Stationen, der ca. eine Stunde beansprucht und die Arm-, Hand- und bei Kalle auch Mundmuskulatur beansprucht. Er hatte sich natürlich einen schönen, grünen (seine bzw. Die Lieblingsfarbe seines Lieblingspapas) rausgesucht ohne zu wissen, dass die Größe des Steines bestimmt wie lange und schwerfällig der Prozess wird. Sein Ziel vor Augen und ein ständiges Fragen auf den Lippen: Wie lange noch? Bin ich jetzt fertig? Am Ende hatte er einen coolen Stein, es hat ihm Spaß gemacht und er hatte wahrscheinlich Muskelkater (was er natürlich nicht zugeben würde).

    So sehen stolze Besitzer eines mühevoll geschliffenen Steines aus

    Ellie hat eine beeindruckende Selbstwahrnehmung gezeigt. Sie hat sich super doll gewünscht reiten zu gehen. Doch als sie auf dem Pony saß, fühlte sie sich unsicher und wollte jeweils wieder runter. Sie war sooo traurig darüber. Aber selbst ein weiterer Versuch hat nicht geklappt. Sie fühlte sich nicht sicher! Obwohl sie soo gern geritten wäre, ist sie intuitiv (und sehr laut) ihrem schlechten Gefühl gefolgt, gegen ihr Bedürfnis zu reiten. Bei einem späteren Versuch bzw. der Möglichkeit konnte sie dann sehr klar äußern, was sie will.

    Wie gehen die Kinder eigentlich mit der Veränderung um?

    Ellie hat in dieser Woche noch viel von zu Hause gesprochen und wenn wir ihr gesagt haben, dass das Auto unser zu hause für die nächste Zeit ist, hat sie es vehement verneint. Dank der digitalen Technologien und dem Zugang, den Kinder bereits in jungen Jahren dazu haben (kann man negativ und positiv interpretieren), hatte sie die Möglichkeit Kontakt zu ihrer besten Freundin aufzunehmen. Das hat sie etwas beschäftigt, da ihr nicht klar war, warum sie nicht bei ihr war und wo ihre Freundin sei, aber die Möglichkeit trotzdem mit ihr sprechen zu können, hat sie erfreut.

    Kalle dagegen hatte offensichtlich noch nicht so richtig mit der Kita abgeschlossen – zumindest hatten wir irgendwann fünf Kinder bei uns sitzen und spielen. Kalle hat immer wieder mehr Kinder mit seiner Begeisterung und guter Laune angesteckt und zu uns gebracht, dass es sich ein wenig wie eine Kitagruppe angefühlt hat. Er hat für sich festgestellt, dass es jetzt anders ist als in der Kita. In Letzterem musste er nun seine Spielkameraden zusammenbringen um zu spielen anfangen zu können, hier war mehr gefragt – ansprechen, Ideen zum Spielen sammeln und andere für die eigene zu überzeugen (das ist ihm wichtig 😁 )

    Wie schlafen wir?

    Unser Heim bzw. Aufbaukonstellation für längere Aufenthalte und Regen

    Wie beschrieben haben wir unser Auto als Basis. Dort haben wir unten die Sitze umgedreht, so dass wir wetterbedingt auch basteln, malen und spielen können. Oben, im Aufstelldach, kann geschlafen werden. In dem Zelt, welches mit dem Auto verbunden ist, haben wir eine separate Schlafkabine drin, die aus abgedunkelten Stoff besteht. Dort ist eine Luftmatratze drin zu finden. Da wir nicht draussen essen konnten, haben wir entweder Picknick im Zelt gemacht oder im Auto gegessen. Auf jeden Fall haben die Kinder jetzt gelernt, dass es wichtig ist den Kopf über dem Teller zu haben 😉

    Loslassen und Neuanfang/Veränderung gehen Hand in Hand

    Wir haben die Anfangszeit auch genutzt noch einmal kritisch auf das zu schauen, was wir mit uns führen. Welchen Nutzen erfüllt was? Was ist überflüssig? Nach dem Prinzip konnten wir mal wieder einiges an Last loslassen. Die größte Erkenntnis war, dass auch Dinge, die theoretisch und intuitiv sinnvoll sind, vielleicht einfach nicht das Richtige für uns sind. Mit dieser Erkenntnis beschlossen wir das Vorzelt wieder zu verkaufen. Wir erwarten im Laufe der Zeit noch einiges an Last – physisch sowie gedanklich – hinter uns lassen zu können.

    Ich habe das Gefühl, dass auch unsere Haltung sich schon ein wenig verändert hat. Der Steinschlag und die Regentage waren Herausforderungen, die uns einen Strich durch Pläne gemacht und Aufwand gekostet haben, aber trotzdem bin ich dankbar für die Erlebnisse und Erfahrungen, die wir haben durfte. Gerade weil die Scheibe kaputt gegangen ist und es geregnet hat. Zugegeben erst Rückblickend – Ziel wäre in dem jeweiligen Moment 😜

    Nächster Stopp: Tschechien!

    Übrigens zur Route –
    Wer ein Muster sucht, der muss sich wirklich Mühe geben – wir sind aber offen für Analysen und Vorschläge 👍

  • Es ist soweit….wir sind unterwegs!

    Es ist soweit….wir sind unterwegs!

    Nun heißt es Abschied nehmen von dem „Alten und Gewohnten“ und ein freudiges „Hallo!“ zu dem „Neuen und Unbekannten“.

    Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne … um diesen Zauber mit Leichtigkeit genießen zu können, vernachlässigen wir an dieser Stelle, dass ein Anfang kein Startpunkt ist, sondern eher ein Resultat eines bereits vorangegangenen Prozesses bzw. ein Zwischenpunkt/Haltepunkt in unserem Leben. Und, dass das Vorangegangene unter Umständen viel Kraft und Nerven gekostet hat…Dazu vielleicht später mehr – je nach Lust und Laune 😜

    Wie startet eigentlich solch eine große Reise?
    Das haben wir uns auch gefragt. Nachdem das große Feuerwerk, der Trommelwirbel und das Naturwunder ausblieb, lag es an uns den Start „besonders“ zu gestalten … jaja immer diese Eigenverantwortung: du bist verantwortlich für dein Leben bla bla … Aber wir haben dies sehr gern auf uns genommen und uns in unserem Stammcafe gestärkt, von den Bäumen, Haus und Spielplatz gebührend verabschiedet und sind dann feierlich mit Ruhe und mit einem take away Kaffee ausgerüstet (natürlich nur dir Erwachsenen) ins Auto gestiegen und losgedüst.


    Unser erstes Ziel: das schöne Elbflorenz … für die, die nicht wissen, was sich dahinter verbirgt, hier die Auflösung: Dresden.
    Für diejenigen, die uns noch nicht so lange oder gut kennen, wissen ggf. nicht um die Bedeutung von Dresden für uns und warum es sich für uns bestens für einen Start bzw. (NEU-) Anfang geeignet hat.
    Erster und wichtigster Grund: ganz ganz liebe Freunde haben uns aufgenommen und den Raum gegeben uns zu ordnen (was definitiv nötig war … vielleicht outen wir uns und zeigen wie unser Auto bei Abfahrt gepackt war).


    In Dresden haben wir beide studiert, uns kennengelernt, Volleyball gespielt – mal mehr mal weniger erfolgreich, viele gemeinsame Freunde und einfach eine mega schöne Zeit verbracht. Jede Rückkehr gibt uns einen kleinen Blick zurück in diese wundervolle, zurückschauend unbeschwerte Zeit. Meine Eltern haben mir immer gesagt, dass das Studium eine der schönsten Zeiten des Lebens ist … habe es nie geglaubt, muss aber eingestehen, dass es sich jetzt ähnlich anfühlt.
    Also perfekt für den Beginn (vlt. ein netter Kompromiss zwischen Anfang und Start) unserer Reise.
    Eine Reise, die uns nicht nur durch verschiedene Länder führen soll, sondern auch als Familie weiter zusammenwachsen lassen soll, jeden Einzelnen Raum zum ausprobieren, lernen und wachsen ermöglichen soll (zugegeben wird wohl ein Schwerpunkt in der Familienkonstellation sein wie die ersten Tage als Erfahrung zeigen, aber auch in Beziehungen und gerade dort wächst man ja schließlich individuell), unseren Horizont erweitern und einfach eine geile Zeit sein soll … ohne Termine, Verpflichtungen … einfach im flow – so die naive Vorstellung. Was uns dazu bewegt hat diesen Schritt zu gehen … dazu komme ich bestimmt später einmal.
    Nachdem mich gerade nach Tagelanger Prokrastination ein Schreibanfall heimgesucht hat, versuche ich zu fokussieren und zumindest im Folgenden die ersten Tage, Ereignisse und Herausforderungen noch einmal etwas konkreter darzustellen.

    Ich war stehengeblieben bei der Fahrt nach Dresden. Während Ellie schlief, Kalle sich in seinem Hörbuch verlor, welchem er über seine Kopfhörern aufmerksam folgte, ich döste und Uwe konzentriert fuhr, machte es auf einmal „Blong“ … und schwupps hatten wir einen Steinschlag … nach nur einer Stunde Fahrt. Auf die Frage der virtuellen Assistenz von Carglass ob ein zwei Euro Stück auf den Riss passte, antwortete ich „mehrere“. Damit kam mein Gesprächspartner leider nicht klar und ich wurde aus der Leitung geschubst. Ein paar Anrufe später und mit bereits einem Riss der quer (Beifahrerseite) über die Frontscheibe ging, hatte ich einen Termin für Montag um 10:10 Uhr bei Carglass (es besteht keine Werbepartnerschaft!!) in Freiberg bekommen. Das hieß für uns vier weitere Tage mit Riss in der Scheibe und vier Stunden ungeplanten Aufenthalt in Freiberg. Und so lernten wir bereits nach einer Stunde, dass das Schicksal über Pläne nur lacht und die Kompetenz flexibel und optimistisch zu sein wichtig für unsere weitere Reise sein wird.
    (Und wieder etwas für das nächste Bewerbungsgespräch) Inwiefern es uns gelungen ist oder nicht … dazu später mehr.

    Erst einmal Dresden. Wir wurden super herzlich empfangen, uns wurde viel Vertrauen entgegen gebracht und wir durften an dem Familienalltag teilnehmen, sowie die Erfahrung am Rand einer Stadt zu wohnen und im Haus zu leben auskosten. Besonders das war total spannend, denn neben all den erwähnten Zielen ist es auch eines von uns auch ,ein Gefühl zu bekommen, wie wir leben wollen: im Haus, in einer Wohnung oder im Trailerpark 😉, Weltmetropole, Zentrum, Stadtrand oder Dorf, …
    Neben den ersten Boulder Erfahrungen für die Kinder, anbaden im Pool im Garten und gemütlichen Grillen im Garten, genossen wir vor allem das Beisammensein mit lieben Freunden. Immer wieder eine klare Erkenntnis für uns 😁.
    Nachdem wir, mit Unterstützung, Sonntagabend alles halbwegs im Auto verstaut hatten (einiges durfte in Dresden bleiben), ging es am Montagmorgen los … mehr dazu allerdings später. Denn Uwe ist fast fertig mit der Gute Nacht Geschichte für die Kinder … es ist bereits 22:00 Uhr … und ich bin vor lauter frischer Luft auch schon Hundemüde …

    Nun Gute Nacht ihr Sorgen, leckt mich am Arsch bis morgen, und morgen geht’s mit besonderem Fleiße wieder an die selbe Scheisse.

    Wilhelm Busch
  • Aufbruch in den Traum und Landung in der Realität

    Aufbruch in den Traum und Landung in der Realität

    Es geht los…endlich habe ich Raum zum Schreiben und kann all die Gedanken, die in meinem Kopf umherschwirren, in zahlreichen E-Mails an mich selber verfasst oder als Audiodatei auf meinem Handy gespeichert sind, niederschreiben, ausformulieren und in eine Ordnung, einen Kontext bringen.

    Ein guter Ort zum Denken

    Schreiben als hilfreiche Methode um den Kopf frei zu bekommen – die Mental Load zu verringern, indem die unsichtbare todo Liste oder Notizen sichtbar und fassbar gemacht werden…(übrigens für mich als Kopfmensch ist dies eins meiner Kernthemen und damit auch eins meiner Ziele dieser Auszeit, Reise – nämlich: weniger davon! Aber dazu später mehr).

    Der erste Monat ist rum – verrückt! Auf der einen Seite fühlt es sich an – wo ist nur die Zeit hin und es herrscht in meinem Kopf die Angst dieses erste 13tel der Reise nicht ausreichend genutzt zu haben, und nun die nächsten 12 perfekt zu machen – auf der anderen Seite habe ich das Gefühl, dass schon so viel passiert ist, wir als Familie viel erlebt haben, wir individuell so viel gelernt und über uns hinausgewachsen sind, dass ich denke – wer werden wir nach 12 weiteren Monaten sein…

    „…open your eyes to the type of person you can become…“

    James Clear – Die 1% Methode

    Nun, dann nutze ich diesen Moment, würdige ihn, entschuldige mich für einen kurzen Moment des nicht Wahrnehmens und werfe einen Blick über die Schulter in die Vergangenheit zurück, den letzten Monat, und teile unsere Erlebnisse mit euch.

    Aber so viel vorausgenonmen: zwischen Vorstellung und Realität herrscht ein gewisse Unterschied: also lasst uns gemeinsam in den Reisetraum aufbrechen und hoffentlich weich in der Realität landen.