Reisen ist zu zulassen – Freiheit zu spüren – und zu nutzen
Wir nutzten die Fahrt, wie auch schon vorher, um nicht nur unser Ziel zu erreichen, sondern auch den Weg zum Ziel zu machen. So gönnten wir uns einen Abstecher ans Meer nach Lignano Sabbiadoro … mal wieder 😉.

Tatsächlich ist genau das eines der wirklich schönen Dingen an unserer Reise. Wir haben unglaublich viel Gestaltungs- und Freiraum, den wir so gut wie möglich nach Lust und Laune zu nutzen versuchen. Trotzdem fällt es uns manchmal schwer diese Räume zu erkennen. Zu sehr sind wir geprägt von Glaubenssätzen wie: „Wir müssen zeitig da sein um die besten Plätze zu bekommen.“ oder „Die Kinder müssen doch zeitig ins Bett gehen.“
Erst das bewußt machen von den „wirklichen“ Notwendigkeiten bzw. dem was UNS wichtig ist, wird der ganze Freiraum erst sichtbar.
Nun klingt das entweder super easy oder mega komplex … wir gehen dem tatsächlich durch gegenseitiges (perfekt um blind spots aufzudecken) Fragen auf die Spur: Was wäre denn so schlimm daran wenn die Kinder später ins Bett gehen? Welche Anforderungen haben wir eigentlich für einen „guten“ Platz? Dann können wir gestalten.
Wir versuchen so viel Zeit wie möglich zu „Quality Time“ zu machen und daher gehört es dazu, gerade längere Fahrten etwas „aufzupeppeln“.
Nach zwei Badegängen und zwischendurch ausgiebigem im Sand spielen, stärkten wir uns noch für die Weiterfahrt, mit den bewährten Freibad-Pommes 😁. Auch erledigten wir gleich die notwendigen Besorgungen, wie Lebensmittel einkaufen. Das machen wir meist, wenn wir an einen neuen Ort fahren. Die Verpflegung, die oftmals mehrere Tage abdeckt, gibt uns die Freiheit an einem Ort zu verweilen ohne den Druck etwas Nahrhaftes besorgen zu müssen zu fühlen. Somit bekommen wir den Gestaltungsraum und die Freiheit nicht nur geschenkt, sondern gestalten sie uns auch.

Dieses Mal war es auch gut so, denn wäre es nach den Kindern gegangen, hätten wir uns gar nicht wegbewegt von dem neuen Campingplatz … aber dazu später mehr.
Die Fahrt war gut und wir kamen gegen frühen Abend an. Der Campingplatz GrajskiPark Vitez in Logatec war sehr idyllisch gelegen. Ein klarer Bach umrandete die Zeltwiese, die teilweise schattige Plätze bot sowie einen Unterstand mit Sitzmöglichkeiten. Wir suchten uns einen Platz mit Blick zum Wasser und den Feldern und bauten die volle Montur auf.



Wer aufmerksam und achtsam ist, findet immer etwas zum entdecken und Kinder sowieso.
Den nächsten Tag nutzten die Kinder dazu, den Campingplatz zu erkunden. Wir, die wir mir freudiger Hoffnung auf eine Waschmaschine gehofft hatten um den sich mittlerweile türmenden Wäscheberg zu bezwingen, mussten feststellen, dass diese einen Tag zuvor kaputt gegangen war. Also hieß es “ jetzt wird wieder in die Hände gespuckt“ und nach ca. vier Handwäschen hatten wir den Wäscheberg bewältigt … und wir waren auch geschafft.

Wachstum als Wertschätzung der eigenen Leistung
Eine kleine Erkundungstour stand am nächsten Tag auf dem Programm. Das ist uns immer super wichtig, die Umgebung kennen zulernen, ein Gefühl für die Gegend, die Menschen und die Natur zu bekommen.
Wir entdeckten in unmittelbarer Nähe zum Campingplatz eine Skisprunganlage mit drei Absprungschanzen. Tapfer sind die Kinder mit uns bis nach oben gekraxelt. Dabei haben wir bei jeder der Bahnen, von noch vorsichtigem Anfänger bis mutigen Profi, die Perspektive eingenommen. Der Unterschied war schon beeindruckend. Es hat mir gezeigt was Wachstum bewirken kann. Dank Übung und Erfahrung … die Aufgaben, die am Anfang als unüberwindbar scheinen, lassen sich nur Leichtigkeit meistern und die Perspektive auf weitere Herausforderungen erhält die Neugier und Motivation. Trotzdem ist es wichtig sich daran zu erinnern, wie man an der untersten Sprungschanze mit schlotternden Knien gesessen hat. Als Perspektive auf andere Anfänger, und daran wie toll es sich anfühlt, Ängste zu überwinden, aus der Komfortzone zu treten und über sich hinaus zu wachsen.







Ich vergleiche das gern mit einem Sprung ins kalte Wasser: der erste Schritt ist schwer, es schmerzt, man fragt sich: warum tue ich mir das an … und dann taucht man ein ins kalte Nass, vielleicht, weil man sich selbst überwunden hat, oder Gruppenzwang spürt oder man stolpert und fällt unfreiwillig hinein. Egal, die Konsequenz ist die gleiche: es fühlt sich unglaublich kalt an, die Luft bleibt kurz weg und erst mit der eigenen Bewegung der Entscheidung: ich finde mich jetzt damit ab, wird es erträglich. Wie schnell und lange man schwimmt, entscheidet man selbst. Draußen, schafft man es das erste Mal wahrzunehmen, was man gerade geschafft hat. Nach kurzer Zeit kommt die absolute Wärme, der Körper reguliert die Temperatur und es fühlt sich unglaublich gut an. Das habe ich geschafft, das schaffe ich wieder und das Vertrauen zu haben, auch wenn man mal (methaphorisch) ins kalte Wasser geschubst wird, an sich zu glauben und an die Regulation des Systems … eine schöne Vorstellung die viel Wachstum erlaubt.
Zurück zu unserem Ausflug. Wir waren dann noch Motivations „Futter“ für die Kinder einkaufen, denn es galt noch den Weg zurück zu gehen. Insgesamt haben wir uns auf diesem Campingplatz mehr auf Alltagsaufgaben konzentriert bzw. wir die ganze Zeit gern machen wollten und bisher es nicht auf die dringend Seite geschafft hat und auch unserer Unternehmungslust zum Opfer gefallen ist: das Blog schreiben.
Statt der geplanten fünf Nächte sind es am Ende sogar acht geworden. Wir haben es den Kindern so verkauft, dass wir ihrem flehen gefolgt sind länger zu bleiben … sie haben sich gesehen, gehört und ernst genommen gefühlt.
Eigentlich fanden wir es jedoch auch ganz gut und wir haben ja noch auf ein Paket gewartet. Leider haben wir nicht gewusst, dass es zwei Feiertage in Slowenien gab (Maria Himmelfahrt und ein Tag, den das Land den Menschen wegen der Flut geschenkt hat) und sich damit das Paket verspätet hat.







Also mal wieder alle Pläne ändern um das hier und jetzt zu genießen.
Wir haben natürlich nicht alle Tage auf dem Campingplatz verbracht, sondern zwei Ausflüge gemacht. Da wir keine so richtige Lust hatten, mit dem Auto zu fahren, haben wir uns in das Abenteuer Bus fahren gestürzt. Das hilft noch besser in das Land einzutauchen, denn auf Campingplätzen kann es schnell passieren, dass man nur mit Touristen ins Gespräch kommt. Unsere Ziele waren die Höhle von Pojna und die Stadt Ljubljana.
Die Höhlen von Postojna
Etwas Nervosität stellte sich ein, als der Bus nicht pünktlich kam … typisch deutsch 😅 Wie sich allerdings später herausstellte war es ja ein Feiertag und daher galt ein anderer Fahrplan. Dort angekommen, wurden war von Scharen von Touristen fast überrant. Der Ort war touristisch sehr gut zugänglich und vermarktet worden.
Mit einer Bahn konnte man 5 km in die längste Tropfsteinhöhle Sloweniens fahren. Die Höhle war wirklich sehr beeindruckend. Nach der 1,5 stündigen Tour schauten wir uns noch das Vivarium an.




So beeindruckend es auch war und so dankbar wir sind, die Möglichkeit zu haben, diese Schönheit der Natur sehen zu dürfen, so sind wir auch kritisch über den Eingriff, den dieses Vergnügen für die Natur bedeutet hat. Man nehme das überall gut ausgebaute elektrische Licht, der Hinweis nichts zu berühren wurde andauernd von den Gästen missachtet … überall wurden Münzen in kleine Pfützen geworfen, Pullover lagen rum und die Beobachtung der Höhle war für viele nicht ohne Berührung möglich. Ist es das wirklich wert?
Noch nicht aufgezählt, die in den kleinen Aquarien eingesperrtem Tiere. Ich möchte es nicht nur kritisieren, habe aber das Gefühl, dass an dieser Stelle die Harmonie mir der Natur etwas aus der Balance geraten ist.
Ljubljana
Schon seit einigen Wochen haben wir große Städte gemieden bzw wir haben die nicht gemieden, sondern sie haben uns nicht angezogen, sind einfach nicht passiert und wir mussten feststellen, dass uns nicht viel gefehlt hat. Ehrlicherweise können wir nicht behaupten dass wir die Stadt kennen, bzw. Wir kennen sie eher aus Kinder – bzw. Elternaugen. So können wir berichten welcher Spielplatz schön ist, wo man in der Stadt Mut Wasser spielen kann, wo es etwas schnelles zu essen gibt … für einen gemütlichen Bummel durch Cafés und zur Burg hat uns leider das Commitment der Kinder gefehlt und unsere Erfahrung ist, dass es besser ist dieses im Gepäck zu haben um den Familienfrieden auf Kurs zu halten. Insgesamt haben wir die Stadt eher als schmutzig und voll wahrgenommen.. Aber wie gesagt, unsere Referenzen sind sehr ländlich und unser Einblick war sehr beschränkt.







Busfahren in Slowenien
Überland ist super. Gut ausgebaut und günstig. Fahrkarten kann man direkt beim Busfahrer kaufen. Es gibt bei den Überlandbussen keine Anzeige, daher lohnt es sich Google Maps auf dem Handy offen zu haben und kurz vor dem erwünschten Stopp sicherheitshalber auf den Halteknopf zu drücken.

Facharbeiter bzw. das Generation Z „Disaster“ 😉
Ein viel diskutiertes Thema bei uns in Deutschland und auch in Slowenien. Die Generation, die angeblich nichts zustande bekommt, keine Lust hat etc. (nicht unsere Meinung!). Ein Mitarbeiter des Lokals, welches direkt an dem Campingplatz angeschlossen war und wir gern entweder für einen Kaffee, einen Pancake oder eine Limonade besuchten, klagte uns sein Leid. Gerade in der Gastronomie gibt es wohl ein Nachfolgerproblem und damit zu wenig Mitarbeiter.
Aus der Vogelperspektive sieht alles kleiner aus …
… auch die Probleme, die sich gerade riesig anfühlen, sind von oben klein, unbedeutend und vergänglich. Unsere neue Vogelperspektive ermöglichte die am vorletzten Tag eingetroffene Drohne. Direkt wurde alles eingerichtet, geupdated und dann ausprobiert … auch die Kinder durften ihre ersten Runde drehen.

Der Campingplatzbesitzer freute sich über die Aufnahmen und wir über die Möglichkeit über das Gelände fliegen zu dürfen.
Nun war es soweit und der Abschied stand bevor. Um noch einen kleinen weiteren Eindruck von Slowenien ergattern zu können, machten wir Halt im Nationalpark Krajinski park Rakov Skocjan und kletterten, wanderten und staunten über diese, dank der Kraft des Wassers entstandenen Schönheit. Ich will gar nicht viele Worte verlieren…seht einfach selbst.












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