Gardasee, der größte See Italiens, der jährlich Tausende an Touristen anlockt; einmal durch sein kühles Nass selbst, aber auch dank der vielen möglichen Aktivitäten (Wassersport, wandern, Sightseeing, …) drumherum, dazu die super ausgebaute Infrastruktur (Campingplatz an Campingplatz, Shopping, Ausflugsziele, …) und der wunderschönen Landschaft. Auch wir sind einem Ruf gefolgt…eher weniger dem des Gardasees, als vielmehr dem unserer Freunde, die Urlaub machten und dies zufällig an diesem wundervollen See und zufällig auf unserer „imaginären“, sich ständig ändernden, Route. Also nix wie los aus den kühlen Bergen an den warmen See.

Schnell haben wir während der Suche nach einem Stellplatz gemerkt, dass es sich um eine wirklich richtige Tourigegend handelt. Bisher hatten wir solche Gegenden eher vermieden. Woran wir es bemerkt haben? Zum Einem an den hohen Preisen, der großen Auswahl und den Mindestbuchdauern der Camping- und Stellplätze (teilweise 2 Wochen). So ergab es sich, dass wir auf einem Campingplatz nahe Verona (AGRICAMPEGGIO COURT Comotto) landeten. Das bedeutete, dass wir 30-45 Minuten für die Fahrt zum See in Kauf nahmen.
Erfahrung schlägt Vorurteil
Das bedeutete für uns jeden Tag auf- und abbauen und das möglichst schnell, weil entweder ein Treffen anstand oder die Kinder ihren wohlverdienten und definitiv notwendigen Schlaf benötigten. Einer unserer bisherigen Kritikpunkte bzw. Vorurteile unsererseits am kleinen Camper und damit Unterschied zwischen Camper und Wohnwagen/mittelgroßem Camper ist, dass man nicht so flexibel ist. Das bedeutet, dass man eher auf dem Campingplatz stehen bleibt, als alles umräumt, umklappt und abbaut um wegfahren zu können. Doch wir sollten uns selber in diesen Tagen beweisen, dass es eben doch geht und das mit absehbaren Aufwand. Nach einem Tag hatten wir bereits eine super Routine alles auf- und abzubauen, so dass wir die Freiheit und Flexibilität richtig genossen und jeden Tag Tagesausflüge machten.
Damit haben wir uns mal wieder selbst bewiesen, dass die uns gesetzten Grenzen von uns selbst gesetzt sind und dass manchmal nur ein wenig neue Erfahrung notwendig ist um Dinge anders, in diesem Fall die Sicht auf die Art des Urlaubs mit dem Camper, zu sehen. Entweder durch einen eigenen mutigen Schritt oder auch mal von außen „erzwungen“.
Fazit: Tagesausflüge mit Camper sind möglich und nicht allzu stressig!
Wenn die Reise zum Alltag wird, wird der Alltag zum Urlaub – oder so ähnlich
Wo fängt Urlaub, wo die Reise, wo Alltag an, und wo hören Sie auf? Das war das erste Mal, dass wir diesem kleinem Konflikt so exponiert waren. Sollen wir ins Restaurant essen gehen wie die anderen Urlauber, einen Kaffee und Eis in den Cafés am Hafen zu uns nehmen, eine Schifffahrt machen oder doch eher Picknick am Strand, Kaffee aus der eigenen Herstellung trinken und das Wasser von der Küste aus betrachten?! Wir haben versucht eine Mischung zu finden…dem Urlaubsfeeling folgen und sich auch mal die italienische Küche gönnen. Unsere Kinder haben allerdings jedes Mal Nudeln mit Ketchup haben wollen…das habe ich natürlich nicht so übersetzt 😉. Dann haben sie die Nudeln einfach, unter den verständnislosen Blicken der Kellner, ohne alles gegessen. Das Lustigste war, dass wir zweimal Kinderportionen bestellen mussten für jedes Kind, weil sie mittlerweile so viel essen und noch ganz hungrig nach der ersten Portion waren. Damit ist Essen gehen schon echt teuer und ich bin gespannt wie viel sie wachsen wollen und was sie dann im Teenie alter verschlingen werden 😄. Bei den Aktivitäten beschlossen wir eher bei dem Günstigerem zu bleiben und unser Budget nicht allzu sehr zu belasten. Diese Waage zu halten, nicht zu oft nein aber nur mit bedacht ja zu sagen, ist unheimlich schwierig…wir wollen uns ja auch etwas gönnen, etwas erleben und vor allem nichts verbieten, worauf wir Lust haben. Wir lernen und erfahren und probieren aus.
Somit unser Fazit: keine Ahnung wie die Unterscheidung generell sein könnte…wir entscheiden situativ 😀 Ein Hauch Routinen und Struktur vermischt mit viel Flexibilität und Selbstbestimmung. Lösen von den Erwartungen der Gesellschaft und bei den eigenen Bedürfnissen und wirklichen Notwendigkeiten sein.
Unsere Erlebnisse am Lago di garda
Hast du einen See, brauchst du kein Meer mehr
Nach einer anstrengenden Reise von der Schweiz, die statt den vom Navi suggerierten vier Stunden, den ganzen Tag gedauert hat, da wir immer wieder wegen Übelkeit anhalten mussten und der Verkeht sich staute, haben wir am ersten Abend nur noch schnell aufgebaut, Fertigmilchreis gegessen und sind dann schlafen gegangen.


Der Campingplatz war eher ein Stellplatz auf Schotter. Das Problem an Schotter ist, dass wir die Kindern alle zwei Minuten darauf hinweisen müssen, dass sie bitte neben dem Auto nicht mit den Steinen schmeißen sollen. Anscheinend war nur (wie öfters bei Zurechtweisungen) der „SehrKurzZeitMerkModus“ aktiviert, so dass eine ständige Wiederholung notwendig war und die Stimmung negativ beeinflusste.
Am nächsten Tag haben wir den Strand unsicher gemacht und konnten endlich mal wieder das SUP nutzen. Die Kinder hatten mega Spaß. Wir hatten schon überlegt, ob wir auch dieses als Überlast loslassen, aber nun hat es sich doch wieder bewährt.









Anders war es mit einigem Kleinkram. Den haben wir zu einem Paket gepackt und dankbarerweise unseren Freunden zum Versenden mitgeben können. Nach dem Strand schauten wir uns mal die Namensgeberstadt des Sees genauer an: Garda. Auf dem Weg dorthin kamen wir an einem Wochenmarkt vorbei und stellten uns dem italienischen Verkehr und Parkwahnsinn und hielten an. Auf dem Markt sah es dann weniger italienisch aus, da die Einwohner schnell ihre Einkäufe tätigten und die Deutschen wie gewohnt über den Markt schlenderten.




Darauf folgte ein leckeres Picknick mit frischem Joghurt, Brötchen und Obst. Zufälligerweise nahe einer kleinen Bar, die zu wirklich sehr humanen Preisen uns Erwachsene mit dem notwendigen Koffein, um den Tag zu überstehen, ausstattete und die Kinder mit Zuckereien bei Laune hielt. Garda selbst bietet einen schönen Hafen, kleine Geschäfte, viele Restaurants und Cafés und einen Spielplatz…lustigerweise trafen sich dort nur die deutschen Familien und waren, durch die deutsche Brille, etwas enttäuscht, da er nach deutschem Standard wohl eher in der unteren Bewertung abgeschnitten hätte.
Hinzu kam, dass es dort von Wespen wimmelte, was wir erst bemerkten, als unser Großer gestochen wurde. Sein bereits durch die Mücken mit Beulen übersäter Körper bekam nun noch eine rote dicke Schulter dazu. Und wie es so ist…immer wenn man sie braucht, hat man das Allerheilmittel Zwiebel, nicht dabei. Na toll! Aber das Kühlpad aus dem Auto hat schon Wunder gewirkt und der Große ist sehr tapfer gewesen. Ab jetzt gehört die Zwiebel zur medizinischen Standardausrüstung.





Für den nächsten Tag hatten wir uns vorgenommen abends ein Picknick zu machen…Nach zwei Tagen Restaurant wollten wir gern ein entspanntes Picknick in der Natur machen.
Vom Einkaufserlebnis und entspannten Toilettengang
Daher gingen wir in den nahegelegenen Ipermarket (augenscheinlich eine Steigerung vom (mini-, super- zum Ipermarkt)….und wow! Reihenweise Nudeln und Tomatensoßen sowie Pesto. Auch die Auswahl an Olivenöl hat uns leicht überfordert. Wir haben uns nach diesem Einkauf mit einem Kaffee und einem Croissant direkt vor dem Ipermarkt belohnt.
Witzigerweise sollten wir diesen Laden in den nächsten Tagen noch mehrmals besuchen. Auch wenn die Lage nicht perfekt war, so war er doch stark frequentiert…die Italiener trafen sich vor und nach dem Einkaufen oder einfach so…im Gegensatz zu uns machten sie den Einkauf zu einem Erlebnis statt nur einer Pflichtaufgabe die abgearbeitet werden will.


Bevor der Tagesablauf weitergeht, ein kurzes Wort zu den Toiletten: sie waren sauber und hatten diesen Sitz an der Wand, auf dem man das kleine Kind während des Toilettengangs „absetzen“ und anschnallen konnte. Ich plädiere für eine Einführung in Deutschland…endlich ohne Sorge, dass die Kinder den Toilettenboden ablecken, die Tür während des Toilettengangs öffnen oder andere, für uns teilweise unverständliche, Taten vollbringen.

Mit der richtigen Karotte vor der Nase über sich hinauswachsen
Danach ging es wieder an den See. Zum Abend hin haben wir dann alle gemeinsam ein Picknick direkt am See gemacht mit Blick auf den Sonnenuntergang.
Am nächsten Tag hieß es erst einmal Haushaltsaufgaben erledigen, denn der Berg von Schmutzwäsche wuchs und die saubere Unterwäsche neigte sich dem Ende.
Die Mittagshitze überstanden wir im Decathlon, da wir nach einem Ersatz der verloren geglaubten Picknickdecke gesucht haben (hatten sie wohl am Vorabend am Strand liegen lassen). Und wie es so ist, gingen wir noch mit drei anderen Dingen aus Decathlon hinaus 😉. Zumindest konnten die Kinder Fahrrad und Roller fahren.


Nun gings wieder an den See. Aber dieses Mal nicht direkt an den Strand, sondern kurz an den Hafen von Lazise. Dort gönnten wir uns einen Kaffee und ein Eis und schlenderten durch die Gassen. Irgendwie scheint es in den Genen zu liegen, denn die Kleine wurde von einem richtigen Shoppingfieber erfasst und hat sehr aufmerksam und geduldig nach einem Kleid gesucht. (Als Onlinebestellerin kann sie es nicht von mir haben) Ich glaube mit dieser Motivation ist es möglich viele Kilometer mit ihr zurückzulegen…jaja es kommt auf die richtige „Karotte“ an, um die Menschen zu außergewöhnlichen Leistungen zu bringen 😅, und das ohne von etwas weg laufen zu müssen sondern nur hinzu. Leider hatten wir keinen Erfolg. Aber ich bin mir sicher, dass die anspruchsvolle Suche weitergehen wird, sobald wir uns wieder Geschäften nähern.



Abends fand wieder das Picknick statt und ach ja…unsere Picknickdecke lag unversehrt an dem Platz wo wir sie vergessen hatten. Es gibt auch ehrliche Menschen 👍. Das Picknick wurde zum Ende von der Kinderdisko des angrenzenden Campingplatzes begleitet…wir alle haben mitgeschunkelt.
Dann ging’s zurück auf den Campingplatz.
Von der Kontrolle zumVertrauen und wieder ein Stück zurück (Krebsgang)
Wir hatten die letzten Male unseren Tisch auf dem Platz stehen lassen, um wieder darauf parken zu können. Beim ersten Mal hatten wir nichts hingestellt…wir waren ganz aufgeregt ob und wo wir, zwar trotz Reservierung aber ohne Platzzuweisung, einen Platz bekommen würden…Unser kleines Experiment Kontrolle abzugeben….und es hat funktioniert…wir bekamen einen sogar besseren Platz. Es lohnt sich also mal kleine Risiken einzugehen😉. Naja nun hatten wir ja etwas stehen lassen und kamen mit der gewonnenen Sicherheit zurück. Dann der Schock! Wir waren schockiert, als im Gegensatz zu den vorherigen Malen ein Auto darauf parkte und wir unseren Tisch nicht fanden. Die französischen Besitzerinnen beteuerte, dass der Platz leer gewesen war. Und tatsächlich fand Uwe unsere Sachen später auf dem Müll…anscheinend dachten die Besitzer wir hätten den Tisch zurückgelassen…obwohl sie uns selbst dazu geraten hatten ihn hinzustellen. Also alles gut nach kurzem Schock und für eine Nacht war der andere Platz okay.



Am nächsten Tag sollte es dann weiter gen Osten gehen, Richtung Slowenien mit einem weiteren Zwischenhalt in Italien.





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